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Schnelles Internet: Leichlingen steht vor dem "Marktversagen"

Schnelles Internet : Leichlingen steht vor dem "Marktversagen"

Kurz ein Video anschauen oder Musik aus dem Internet streamen - was für viele Menschen längst Realität geworden ist, verursacht in einigen Leichlinger Stadtteilen noch immer Probleme. Der Grund: Das Netz ist zu schwach.

"In vielen Außenortschaften haben Sie zwei Megabyte (MB) Bandbreite. Das ist einfach unterirdisch", sagt Bürgermeister Frank Steffes (SPD). Deswegen erklärte er das Thema im Herbst vergangenen Jahres zur "Chefsache". Ein Team um den Breitbandbeauftragten der Stadt, Reiner Pliefke, versucht seitdem, ein Konzept für schnelleres Internet zu entwickeln. Gestern gab es einen ersten Zwischenstand.

Eine Befragung aller rund 14 000 Haushalte habe ein "gutes Ergebnis" geliefert, berichtete Steffes. Das Problem seien die abgelegner liegenden Außenortschaften. Für die Netzbetreiber, sogenannte "Carrier", seien die kleineren Ortschaften schlichtweg nicht wirtschaftlich genug. Dabei sei der Rücklauf aus der Befragung positiv verlaufen, insgesamt hätten 20 Prozent der befragten Haushalte geantwortet. Rund 70 Prozent wünschen sich schnelleres Internet.

Um den Netzbetreibern einen Anreiz zu bieten, auch die Außenortschaften anzubinden, entwickelte das Team Cluster, in denen die Ansiedlungen zusammengefasst werden. "Wir werden diese Cluster an die Carrier herantragen, um zu zeigen, dass sich eine Glasfaseranbindung auch abseits des Zentrums lohnen kann", sagte Reiner Pliefke. 50 MB und Glasfaserleitungen seien das Ziel.

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Funktioniert das nicht, werde wohl ein "Marktversagen" festgestellt. Dann würden Haushalte mit unter zwei MB Internetanbindung vom Land gefördert, bald soll die Grenze sogar auf sechs MB angehoben werden. 61 Prozent der Außenortschaften wären dann unterversorgt und förderungswürdig. Ob aber tatsächlich eine Anbindung ans Glasfasernetz stattfände, ist fraglich. Die Fördertöpfe des Landes seien klein, zusätzliche Gelder der Stadt möglicherweise von Nöten.

Trotzdem hoffen Pliefke und sein Breitbandteam auf die Netzbetreiber. "Wir haben keinen Plan B", sagt der Breitbandbeauftragte. "Allerdings sind wir auch sehr zuversichtlich." Die Argumente seien gut. Im Sommer sollen die Ergebnisse der Befragung und die Clusterbildung an die Carrier weitergegeben werden. Dann werde sich zeigen, ob Plan A aufgeht.

(jim)