Leichlingen: Stadt wünscht sich mehr Großtagespflegeplätze

Kinderbetreuung in Leichlingen : Politik lehnt noch mehr private Tagespflege ab

Weil 100 Kitaplätze fehlen, will die Stadt das Angebot in Kinder- und Großtagespflegestellen ausbauen - allerdings nicht um jeden Preis.

Qualifizierte Kinderbetreuung ist in Leichlingen ein kostbares Gut: Weil aktuell rund 100 Kita-Plätze fehlen, will die Stadt das Angebot in Kinder- und in Großtagespflegestellen ausbauen. Außerdem soll oder muss das Konzept der Offenen Ganztagsschulen weiterentwickelt werden, weil die räumlichen Kapazitäten weitestgehend ausgeschöpft sind.

Wegen der fehlenden Kita-Plätze will die Stadt das Projekt "Festanstellung von Kindertagespflegepersonen in Großtagespflegestellen" in Leichlingen weiterverfolgen - bevorzugt durch einen anerkannten Jugendhilfeträger oder alternativ durch eine anerkannte private Tagespflegeperson.

Obwohl die Träger der freien Jugendhilfe auf diesem Gebiet schon mit benachbarten Kommunen nicht zusammenarbeiten wollen und dies vermutlich auch in Leichlingen nicht tun werden, haben die Mitglieder im Jugendhilfeausschuss jetzt mehrheitlich abgelehnt, dass die Stadt ersatzweise Privatpersonen die Erlaubnis zur Führung einer Großtagespflege mit angestellten Tagespflegepersonen gibt.

Sie teilt dabei offenbar die Bedenken der Verwaltung, dass die gewünschten Qualitätsstandards in der Kindertagespflege mit Privatpersonen schwerer sicherzustellen sind als mit freien Trägern. Aktuell liegt dem Jugendamt bereits ein Konzept einer Tagesmutter vor, die in zwei Großtagespflegestellen qualifizierte Tagesmütter anstellen will.

Bei den Räumlichkeiten handelt es sich um ein Restaurant auf der Opladener Straße, dass ab diesem Frühjahr leer stehen wird. Brandschutzrechliche Vorgaben erfüllt die Immobilie laut Bauordnungsamt und Feuerwehr. Dennoch liegt das Projekt auf Eis, sollte sich der Rat dem Votum des Jugendhilfeausschusses von Mittwochabend anschließen.

Aktuell werden in Leichlingen 92 Kinder in 16 Tagespflegestellen betreut, darunter drei Großtagespflegestellen. Da auch die Plätze in den Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Leichlingen den Bedarf nicht mehr decken, haben Mitglieder des Jugendhilfeausschusses angeregt, das Konzept der OGS weiterzuentwickeln.

Vor allem die räumlichen Kapazitäten an den Grundschulen sind erschöpft, so dass die Ausschussvorsitzende Christiane Bornmann (SPD) vorschlug, sich mit Schulen und Trägern zusammenzusetzen. Diskutiert werden solle unter anderem, wie die Räume der Schulen durch neue Betreuungskonzepte oder Rhythmisierung des Unterrichts für die Offenen Ganztagsschulen nutzbar gemacht werden könnten.

Doris Weiske (CDU) brachte weitergehende Kooperationen mit örtlichen Vereinen ins Spiel, um die Betreuung aus den Schulen auszulagern.

Wie existenziell das Betreuungsangebot mittlerweile für die Schulen ist, zeigen die aktuellen Anmeldezahlen zu den ersten Klassen in Leichlingen: Demnach wird die städtische Grundschule an der Uferstraße im kommenden Schuljahr nur noch einzügig sein, während die Schule Büscherhof sogar mit drei Parallelklassen starten kann.

(inbo)
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