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Leichlingen Spielzeug mitnehmen für die Schulpause

Start in den Unterricht : Spielzeug mitnehmen für die Schulpause

Die Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus sind an den Leichlinger Schulen unterschiedlich. Klar ist, dass die bisherigen Klassenverbände geteilt werden, damit die Schüler beim Unterricht genügend Abstand voneinander halten können.

Das Warten dauert an: Erst am Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut, wie und wann Kinder und Jugendliche an die Schulen zurückkehren dürfen. Eine Mail des Landesschulministeriums vom vergangenen Donnerstag mit konkreteren Schritten musste deshalb korrigiert werden. Es enthält nun nur noch einen „denkbaren Plan“ für Nordrhein-Westfalen, falls die Schulöffnung am 6. Mai beschlossen werden sollte. Egal aber, wie es genau weitergeht: Voraussetzung ist die Umsetzung strenger Hygienevorschriften.

Die örtlichen Schulen sind – jede individuell – darauf vorbereitet. „Bei uns ist alles gewischt und gewienert“, erzählt Sandra Richter, Leiterin der Grundschule Büscherhof. Die Klassenräume sind so umgeräumt, dass Schüler und Lehrer anderthalb Meter Abstand halten. Abklebeband am Boden markiert die Wege. Jeweils zehn Kinder dürfen morgens denselben Eingang nutzen - abhängig davon, in welcher Etage ihr Klassenzimmer ist.

Beim Betreten der Schule werden die Hände derjenigen Schüler desinfiziert, deren Eltern dem zugestimmt haben. An den Waschbecken hängen Stoppuhren, die signalisieren, wenn die Kinder 30 Sekunde die Hände gewaschen haben – und zwar stündlich. Den Schulhof betreten sie in Kleingruppen, miteinander spielen dürfen sie nicht: Jeder soll sich ein Spielzeug mitbringen.

47 Viertklässler werden wohl auch die Ersten sein, die nach acht Wochen „Fernunterricht“ an die Katholische Grundschule Kirchstraße zurückkehren dürfen. Dort hat die erste Hälfte jeder Klasse von 8.10 bis 10.30 Uhr Unterricht, die zweite Hälfte von 11.10 bis 13.30 Uhr. „Dazwischen desinfizieren wir die Räume“, berichtet die Schulleitung mit Gabriele Berger und Bernd Sielemann. Pausen wird es draußen nicht geben, dafür Frühstück in den Klassenzimmern. „Wir finden es ganz wichtig, dass die Kinder wieder in die Schule kommen“, sagen Berger und Sielemann. Für die jungen Schüler sei der direkte Kontakt zu den Lehrern ganz besonders wichtig, auch, wenn der Unterricht auf Entfernung bislang gut klappe.

Die weiterführenden Schulen sind ebenfalls auf die Rückkehr der Jugendlichen vorbereitet – egal, wie lange es noch dauert. Das städtische Gymnasium konnte bereits mit den Abiturienten, die seit 27. April wieder in der Schule sind, Erfahrungen bei der Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen machen. Eingeführt wurde dabei beispielsweise, dass nur neun Schüler plus Lehrkraft gleichzeitig in einem Raum sein dürfen.

Außerdem hat das Gymnasium entschieden, dass ab kommender Woche Maskenpflicht besteht. Die Schule hat sich in den letzten Wochen einen kleinen Bestand für diejenigen angelegt, die keinen Mund-Nasen-Schutz haben. Der Hygieneplan wird künftig kontinuierlich um die Maßnahmen und Veränderungen ergänzt, die sich ergeben, wenn weitere Jahrgangsstufen die Schule besuchen.

In der Sekundarschule sieht es ähnlich aus: 150 Schüler kämen als nächstes an die Schule, wenn sich die Landesregierung dazu entschlösse, die Abschlussklassen des kommenden Jahres zuzulassen. „Dann unterrichten wir in 15 Kleingruppen mit nicht mehr als zehn Schülern plus Lehrer“, berichtet Rektor Martin Kayser. Auch in der Sekundarschule wird es zumindest auf den Wegen durch die Schule eine Maskenpflicht geben.

Aktuell plant Kayser mit seinem Kollegium aber noch nicht langfristig. „Wir haben vom Land noch keine Terminschiene“, sagt Kayer, hofft aber auch, dass bald wieder Präsenzunterricht möglich wird. „Wir tun, was empfohlen wird, und überlassen die Abwägung den Experten. Online erreichen wir aber nicht alle Schüler, so dass wir uns freuen, sie wiederzusehen.“