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Leichlingen: SPD sorgt sich um Linienbusverkehr ab Juli

Nach Kündigung von Wiedenhoff durch den VRS : SPD sorgt sich um Linienbusverkehr ab Juli

Die Sozialdemokraten fordern nicht nur, den Nahverkehr im Kreis sicherzustellen, sondern die Verbindungen auch auszuweiten und den Takt zu verbessern.

Nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) die Verträge mit dem Busunternehmen Kraftverkehr Gebrüder Wiedenhoff zum 30. Juni dieses Jahres gekündigt hat, sorgen sich die Sozialdemokraten im Kreis Rhein-Berg um den öffentlichen Nahverkehr auf den betroffenen Strecken. Sie wollen wissen, wie auch ab Juli eine Verkehrsanbindung nicht nur sichergestellt, sondern darüber hinaus verbessert werden kann, zum Beispiel durch eine Verlängerung Richtung Burscheid. Und was mit den Beschäftigten von Wiedenhoff passiert.

Die SPD-Kreistagsfraktion geht davon aus, „dass in einer Situation, in der Wiedenhoff die Verkehrsleistung kurzfristig nicht mehr erbringen darf, nur die kommunalen Unternehmen Wupsi und RVK in der Lage sind, sofort einzuspringen“, teilt sie in einer Presseerklärung mit. Sie habe in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses gefordert, dass bei einer dauerhaften Übernahme der Verkehrsleistung durch Wupsi und/ oder Regionalverkehr Köln (RVK) der Umfang der Verkehrsleistung erhöht werde.

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„Wenn die rechtlichen Hürden zur Ausweitung der Verkehrsleistung nicht mehr bestehen, muss der Verkehr gemäß den Beschlüssen des Kreistages Richtung Burscheid ausgeweitet und verbessert werden“, sagt Gerhard Zorn. „Die Mittel hierzu stehen seit Jahren im Haushalt bereit.“ Die rechtlichen Hürden hätten bislang darin bestanden, dass Wiedenhoff der Ausweitung nicht zugestimmt habe, denn die Firma sei in den letzten zehn Jahren ohne Zuschüsse des Kreises gefahren.

„Die SPD-Witzhelden kämpft seit fast zehn Jahren für eine Taktverdichtung sowie Streckenverlängerung und -ergänzung“, sagt Wolfgang Legrand. „Es wird Zeit, dass sich hier etwas bewegt. Die Menschen in Witzhelden haben kein Verständnis mehr für weitere Verzögerungen.“

Da alle Busunternehmen zurzeit händeringend Fahrer suchten, sind die Sozialdemokraten im Kreis optimistisch, dass die Wiedenhoff-Fahrer weiter beschäftigt werden können, wenn auch von anderen Arbeitgebern.

Zwischen den Verkehrsunternehmen besteht laut SPD seit 2011 Streit über die konkrete Einnahmenaufteilung. „Wer zum Beispiel mit einem VRS-Ticket mit Wiedenhoff zum Bahnhof Leichlingen fährt, von dort die Bahn nach Köln und in Köln die KVB nutzt, nimmt Leistungen von drei Verkehrsunternehmen in Anspruch.“ Ausgleichszahlungen zwischen den Unternehmen seien durch den Streit blockiert worden.

„2017 lag eine Einigung mit fast allen Unternehmen vor. 2020 haben auch die privaten Busunternehmen zugestimmt – mit Ausnahme der Firma Wiedenhoff“, berichtet die SPD. Da die Aufteilung der Einnahmen damit am Ende allein an Wiedenhoff scheiterte, habe der VRS die Kündigung zum 30. Juni erklärt. Wiedenhoff könne dagegen allerdings noch klagen.

(sug)