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Leichlingen: So peppen Leichlinger ihr Zuhause auf

Corona macht kreativ : So peppen Leichlinger ihr Zuhause auf

Warum in die Ferne schweifen, wenn sich das Wohnzimmer anfühlt wie ein Hotel? Zwei heimische Raumausstatter über die richtige Farbwahl, Licht im Homeoffice und gefährliches Dschungel-Ambiente.

Wenn sich die Welt gegen uns verschworen hat, wenn nichts, aber auch rein gar nichts klappen will und eine Hiobsbotschaft auf die nächste folgt, dann gibt es manchmal keinen anderen Ausweg, als sich zurückzuziehen. An den vertrautesten und damit im besten Fall sichersten Ort, den wir uns vorstellen können: unser Zuhause. Da steht dann Opas alter Ohrensessel, der jedes Unheil fernhält. Weil er so beschützend wirkt wie der alte Herr selbst. Einziges Problem: das Muster des Möbelstücks. Vor dem Kratzestoff mit orange-rot-grauen Mosaiken würde sich selbst die größte Gefahr gruseln.

Retter in der Not: Experten wie Silvia Voeste und Andre Kühbach. Als Innenausstatter kümmern sie sich nicht nur um neue Polster für das heiß geliebte Erbstück vom Großvater, sondern auch um Gardinen, Teppiche, Kissen & Co. Kurzum: um alles, was vier Wände wohnlicher, gemütlicher, optisch ansprechender macht. Und genau danach scheinen sich derzeit so viele Leichlinger zu sehnen wie lange nicht. Ein Grund dafür, na klar: die Pandemie.

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Denn trotz der Lockerungen, die in den kommenden Wochen viele Reisen wieder möglich machen, zeigen sich die Deutschen laut einer aktuellen Umfrage insgesamt noch vorsichtig. Jeder Dritte verfolge demnach den Plan, den Urlaub zu Hause zu verbringen, wo es entsprechend angenehm zugehen soll – und vielleicht sogar ein wenig so aussieht wie im Hotel.

 Innenausstatterin Silvia Voeste rät dazu, mit leicht austauschbaren Objekten wie Kissen oder Decken besondere Akzente zu setzen.
Innenausstatterin Silvia Voeste rät dazu, mit leicht austauschbaren Objekten wie Kissen oder Decken besondere Akzente zu setzen. Foto: Miserius, Uwe (umi)

„Da viele Menschen im vergangenen Jahr nicht die Möglichkeit hatten, große Summen für ihre Ferien auszugeben, investieren sie nun in eine nicht selten lang geplante Umgestaltung ihres Zuhauses“, sagt Andre Kühbach, der seit zehn Jahren die Raumausstattung Steffens am Balken führt; in der Firma absolvierte er schon seine Lehre.

Besonders angesagt derzeit: Stoffe und Farben aus der Natur, also Leinen und sanfte Beige-, Sand- und Taupe-Töne. In einer Zeit, in der etliche Bürger ohnehin unter Stress stünden, brauchen sie anscheinend nicht noch Rambazamba in der Einrichtung.

Ein Wohntrend wie „Urban Jungle“, bei dem beispielsweise große Blättermotive oder von Kissenbezügen springende Äffchen den Dschungel ins Haus holen, gefällt deswegen nur wenigen. „Das funktioniert bei Kunden, die mit der Zeit gehen und sich öfters neu einrichten“, weiß Silvia Voeste. Sie betreibt ihr in zweiter Generation geführtes Atelier nach vielen Jahren in Opladen nun in Leichlingen vom Brückerfeld aus.

Florale oder auch geometrische Motive funktionierten zwar grundsätzlich. „Die meisten Kunden wünschen sich aber eine Einrichtung, die mindestens zehn Jahre überdauert.“ Und wenn die Sinne doch nach extravaganten Farben verlangten, etwa einem knalligen Blauton, empfiehlt Voeste, auf Teppich, Wolldecken oder Kissen zu setzen, also Objekte, die sich schnell wieder austauschen ließen.

Das Projekt „Verschönerung“ gingen die Kunden dann ganz unterschiedlich an, berichtet Andre Kühbach: „Manche suchen sich nur neue Vorhänge aus, andere setzen zum Rundumschlag vom Wohn- über Ess- bis zum Schlafzimmer an.“ Fest steht: Wer Weihnachten im neu gestalteten Wohnzimmer feiern möchte, sollte sich besser heute als morgen bei Experten wie Kühbach melden. „Schon jetzt bin ich vier Monate im Voraus ausgebucht“, sagt er.