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Leichlingen: Schulen sind auf Lockdown vorbereitet

Bildung in Leichlingen : Schulen gehen mit Zuversicht in Lockdown

Der digitale Unterricht sei mittlerweile erprobt, länger als drei Wochen sollte er aber nicht dauern, sagt Rektor Christoph Bräunl.

Schulen und Kindergärten müssen sich ab Montag durch die neue Coronaschutzverordnung wieder auf eine neue Arbeitsweise umstellen. Am städtischen Gymnasium ist man auf den neuerlichen Lockdown jedoch vorbereitet. „Wir haben ein Konzept für die Distanzbeschulung erstellt, das schon im September verschickt worden ist“, berichtet Schulleiter Christoph Bräunl. Alle Schüler und Lehrer, die Bedarf angemeldet hätten, seien vor den Weihnachtsferien mit Laptops ausgestattet worden. Diese Woche habe es für die Lehrer noch Fortbildungen zum Unterricht auf Distanz gegeben. Videokonferenzen werden im Lockdown über „Microsoft Teams“ abgehalten, Aufgaben und Daten über die Plattform „Moodle“ verschickt.

„Dass nun alle Schüler – und nicht nur ein Teil – von zu Hause aus lernen sollen, ist die beste Lösung. Auch wenn natürlich der beste Unterricht der in Präsenz ist.“ Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei es aber nachvollziehbar, dass die Regierung noch einmal vorübergehende stärkere Beschränkungen erlasse. Bräunl geht davon aus, dass nur wenige Fünft- und Sechstklässler in die Notbetreuung kommen. Im vergangenen Jahr seien es keine 20 gewesen.

„Ich gehe nicht davon aus, dass die Schulschließung über den 31. Januar hinaus verlängert wird. Wenn doch, würde es happig werden, insbesondere für unsere Schüler in der Jahrgangsstufe 12, der Q II.“

Der eingeschränkte Präsenzunterricht im vergangenen März bis zu den Sommerferien habe gezeigt, dass die Mädchen und Jungen aller Klassen den Lehrstoff nicht in Gänze richtig hätten lernen oder vertiefen können. „Es waren Lücken entstanden. Einiges konnten wir aber nach den Sommerferien auffangen“, berichtet Bräunl.

Für dieses Schulhalbjahr sieht der Schulleiter seine rund 1000 Schützlinge gut aufgestellt. „Es kommt den Schulen in ganz NRW zugute, dass wir bis zu den Weihnachtsferien Präsenzunterricht hatten.“ Man müsse jetzt zwar Klausuren verschieben. Eine Leistungsbewertung sei dennoch gut möglich. „Ich glaube nicht, dass Corona zu einer allgemeinen Leistungsverschlechterung führen wird.“

An der Grundschule Büscherhof geht Schulleiterin Sandra Richter davon aus, dass nächste Woche nur noch 20 bis 30 der insgesamt rund 240 Kinder in das Schulgebäude kommen. „Das ist super, denn es sollen ja nur noch wenige sein“, lobt sie. „Einige Eltern stehen noch in Austausch mit ihren Arbeitgebern, um zu klären, wie die Betreuung zu Hause aussehen kann.“

Richter ist zuversichtlich, den Schülern die nächsten drei Wochen gute Bildung zukommen lassen zu können. „Wir haben uns seit März wöchentlich im Distanzlernen fortgebildet“, berichtet sie. Man habe eine Abfrage gemacht, wer noch digitale Medien brauche, und Geräte zur Verfügung gestellt. „Wir versuchen, so gut es geht, alle zu unterstützen.“ Das größte Problem im vergangenen Lockdown sei zum einen gewesen, dass die Schüler die Lehrer vermisst hätten und zum anderen die Eltern sich von den Lehrern mehr Druck gewünscht hätten, damit die Kinder besser zu Hause lernen. Dafür wolle man im kommenden Lockdown sorgen.

Auch Kindergärten und Tagesmütter müssen sich im Lockdown anders aufstellen. „Die Eltern entscheiden eigenverantwortlich, ob eine Betreuung in Anspruch genommen wird“, sagt Stadtsprecherin Ute Gerhards. Die beiden städtischen Kitas seien angehalten, „flexible Lösungen in Absprache mit den Eltern zu finden und haben hierfür um eine Rückmeldung der Eltern zu den gewünschten Betreuungszeiten gebeten“. Eine vollständige Übersicht liege noch nicht vor.

Beide Einrichtungen werden von 7 bis 15.30 Uhr geöffnet sein. „In der Kita Büscherhof ist je nach Bedarf eine Öffnung bis 16 Uhr geplant“, sagt Gerhards. Die Kinder werden zehn Stunden weniger als vereinbart betreut, und die Stunden werden auf fünf Tage aufgeteilt. Gruppen würden nicht zusammengelegt. Das Personal werde fest einer Gruppe zugeteilt.

 Alle Bildungsangebote der Volkshochschulen sind bis zum 31. Januar untersagt. Daher wird die Volkshochschule (VHS) Bergisch Land nun einige Kurse online starten, die angemeldeten Teilnehmer werden informiert. Weitere Interessierte könnten sich online über die Internetseite der VHS anmelden, teilt Verwaltungsleiterin Stefanie Schüller mit.  Die auf online umgestellten Kurse seien mit dem Zusatz „online während des Lockdowns“ kenntlich gemacht. „Für alle anderen Kurse, die in Präsenz geplant sind, wird der Kursbeginn nun verschoben.“

Speziell für die Coronazeit seien einige Online-Angebote im Bereich Gesundheitsbildung und politische Bildung zusätzlich im Programm, erklärt Schüller. Infos unter:  www.vhs-bergisch-land.de