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Leichlingen: Schöne Aussicht wird bezahlt

Immobilien in Leichlingen : Etwas günstiger ist es nur in Richtung A 3

Einfamilienhäuser und zentrumsnahe Drei-Zimmer-Wohnungen sind in Leichlingen stark gesucht. Die Preise sind auch im ländlichen Bereich hoch.

Noch ist das Gelände des abgerissenen Kaufparks eine Baugrube. Die dort geplanten 80 Wohnungen und Büros lassen sich schwer erahnen. Trotzdem ist das Interesse an dem Bauvorhaben enorm. „Wir haben schon jetzt eine so lange Liste an Interessenten, dass klar ist, dass wir nicht alle zufrieden stellen können“, bedauert Martin Pässler vom Architektur- und Stadtplanungsbüro Pässler Sundermann + Partner. Das Büro hat den Neubaukomplex zwischen Wupper und Rathaus entworfen und setzt ihn auch um.

Wohnungen in der Leichlinger Stadtmitte sind begehrt, vor allem bei älteren Menschen. Die Mehrheit der Anfragenden seien Rentner aus der Blütenstadt, berichtet Pässler. Für die große Beliebtheit in dieser Altersgruppe trage bei, dass die Wohnungen per Aufzug erreichbar seien, es eine Tiefgarage (mit Lademöglichkeiten für Elektro-Autos) und im Erdgeschoss einen Supermarkt (Edeka) geben werde.

 „Unsere Wohnungen bieten eine hohe Wohnqualität und eine große Funktionalität“, sagt der Ingenieur und Architekt. Deshalb seien die Interessenten auch bereit, mehr als 4500 Euro pro Quadratmeter für die Wohnungen zu bezahlen. „Die endgültigen Preise stehen aber noch nicht fest. Es ist auch noch keine einzige Wohnung verkauft“, so Pässler. Man werde sich an den Marktpreisen orientieren. „Denn wenn wir unter Wert verkaufen, kommt ein Investor, kauft alles auf und verkauft es teuer weiter.“

Durchschnittlich 2284 Euro musste ein Käufer im Jahr 2019 für eine Leichlinger Eigentumswohnung im Bestand zahlen, hat die NRW Bank aus jetzt veröffentlichten statistischen Zahlen ermittelt. Ein Eigenheim im Bestand kostete im Schnitt 398.000 Euro. Die Miete im Neubau betrug zehn Euro netto/kalt pro Quadratmeter, in älteren Wohnungen 7,80 Euro.

„Man kann nicht sagen, dass das Wohnen am Rand von Leichlingen günstiger ist als im Zentrum“, berichtet Maklerin Ullrike Rheindorf. Die 45-Jährige ist in dritter Generation im Familienunternehmen tätig. „Die einen schätzen die zentrumsnahe Lage, die anderen das ländliche Idyll.“ Rund um die evangelische Kirche bis hoch zur Landrat-Trimborn-Straße seien die Preise in etwa gleich. Lediglich im Westen, Richtung Autobahn, werde es etwas günstiger.

Stark gesucht seien Einfamilienhäuser – zum Teil mit Einliegerwohnung für die Eltern. Ältere Menschen hingegen, die ihr Eigenheim verkaufen und sich kleiner setzen wollen, planen den Umzug in eine Drei-Zimmer-Eigentumswohnung: „Mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und Gästezimmer. Und am liebsten im Erdgeschoss oder mit Aufzug zu erreichen, zentrumsnah und ruhig“, berichtet Rheindorf. Demzufolge seien nur noch wenige dieser Wohnungen am Markt verfügbar.

Wie heiße Semmeln gehen der Maklerin zufolge auch Vier-Zimmer-Wohnungen in Leichlingen weg, auf die vor allem vierköpfige Familien aus seien. Insbesondere zur Miete. 7,00 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter seien für ältere Immobilien netto/kalt fällig, bei einer 100-Quadratmeter-Wohnung also bis zu 750 Euro. „Dazu kommen die Nebenkosten, die bei einer Familie um die 300 Euro betragen können, und ein Autostellplatz für 50 bis 70 Euro im Monat.“

Den großen Bedarf an Drei-Zimmer-Wohnungen bestätigt Martin Pässler. „Corona hat diesen Trend verstärkt“, berichtet er. „Insbesondere Paare suchen jetzt Wohnungen mit einem kleinen dritten Zimmer, das als Homeoffice genutzt werden kann.“ Aus diesem Grund habe das Architektenbüro bereits einige Wohnungen in dem Neubaukomplex an der Wupper umgeplant. Der Bau sei bislang im Zeitplan. Zunächst müssten noch einige Bohrungen getätigt werden. „Im Juni oder Juli könnte dann aber schon der Kran stehen“, kündigt Pässler an. Mit dem Verkauf wolle man im April starten.