Leichlingen: Sanierungsarbeiten im Blütenbad im Plan

Sanierung Blütenbad : 500.000 Liter fürs Blütenbad-Becken

Bis voraussichtlich Ende des Monats ist das Bad wegen Renovierung geschlossen. Die dicksten Arbeiten sind bereits abgeschlossen.

Die kleine, rote Babyrutsche steht einsam zwischen Werkzeugkoffer, Staubsauger und Kabeltrommel. Auf dem Schwimmbrett hat ein Handwerker seinen Winkelschleifer abgelegt. Wo sonst Wasserpfützen den Boden rutschig machen, ist nur Staub. Das Blütenbad wird saniert. Seit dem 14. Juli ist die Halle geschlossen.

Den Besuchern ist das – anders als befürchtet – total egal. „Bei diesem Superwetter wollen sowieso alle nur ins Freibad“, sagt Betriebsleiter Christopher Hoekstra. Und das ist ja auch während der Sanierung geöffnet. „Zwischen dem 14. Mai und dem 1. August haben wir im Freibad schon 25.410 Besucher gezählt“, sagt Hoekstra. Und in gewisser Weise beeinflusst die Hitze auch die Arbeiten im Hallenbad. „Weil wir sämtliches Personal draußen benötigen, müssen die Reinigungsarbeiten noch warten.“ Die Aufgaben wie die Reinigung aller Becken oder kleinere Handwerksarbeiten macht das Schwimmmeister-Team nämlich selbst, einige haben sogar eine entsprechende Ausbildung. Nur die Facharbeiten wurden an Fremdfirmen übertragen. Dennoch: Alle Arbeiten laufen voll im Zeitplan, gibt Hoekstra Entwarnung.

Zuerst wurden die Betonarbeiten erledigt, das hatte rund zwei Wochen gedauert. Der Beton der rund 13 Meter langen Schwallwasserkammer – darin wird übergeschwapptes Wasser gesammelt und nach der Aufbereitung wieder in den Wasserkreislauf gebracht – hatte nämlich Risse. „Die entstehen durch die hohe Luftfeuchtigkeit“, erläutert Hoekstra. Der alte Beton wurde abgeschlagen. Was übrig blieb, wurde mit dem Sandstrahler bearbeitet. Aktuell bringen Elektriker in dem Raum wieder Lichter an, in den nächsten Wochen werden auch die Düsen der Kammer ersetzt. Außerdem wird ein Rohrleitungsbauer kommen, um neue Rohre einzusetzen. „Das waren dann die größten Arbeiten“, sagt der Betriebsleiter. Was sonst noch ansteht? Im Technikkeller, der sich direkt unterhalb der Becken erstreckt, werden noch die Filter gereinigt. „Außerdem müssen wir in den Umkleiden einige Fliesen ersetzen“, sagt Hoekstra. „Und in der Dampfsauna bringen wir stimmungsvolle LED-Lichter an.“ Außerdem werden die rund 40 Jahre alten, undichten Fugen im Babybecken rausgeklopft und erneuert. „Die waren teilweise komplett ausgeschwemmt“, sagt Hoekstra. Und die rostigen Zuläufe im Nichtschwimmerbecken werden ausgetauscht. Dort, wo sich sonst die Schwimmer tummeln, ist es momentan ziemlich ruhig. Nur aus dem Keller dringen gedämpft einige Bohrgeräusche nach oben.

Christopher Hoekstra erläutert, warum das Wasser im 25 Meter langen Schwimmerbecken nicht komplett abgelassen wurde: „Wir haben das Wasser rund zehn Zentimeter hoch stehen lassen, damit die Fugen bei der Hitze feucht bleiben.“ Ansonsten könnte es nämlich passieren, dass beim Befüllen mit frischem Wasser die Fliesen hochkommen. „Und das wollen wir ja nicht.“ Aus dem selben Grund läuft auch im Nichtschwimmerbecken eine Sprinkleranlage.

Apropos Befüllen: Wenn alle Becken, Rinnen und die Ränder drumherum sauber sind – dafür benötigen zwei bis drei Mitarbeiter rund vier Tage – wird das neue Wasser eingelassen. „Laut Plan wollen wir das zum Ende der Ferien machen“, sagt der Betriebsleiter. Das Schwimmerbecken etwa fasst rund 500.000 Liter Wasser. „Wir befüllen die Becken sehr langsam“, sagt der Fachmann. „Deshalb dauert das etwa vier Tage und Nächte.“ Und natürlich kommt das Wasser nicht einfach aus dem Gartenschlauch, sondern es wird vorab gefiltert und auf 18 bis 20 Grad teilerhitzt. „Im Schwimmerbecken haben wir während des Betriebs 29 Grad, im Nichtschwimmer 30 und im Babybecken 32 Grad Wassertemperatur.“

Wergzeugkoffer und Baumaterialien  statt juchzende junge Badegäste: das Kinderbecken im Blütenbad während der laufenden Arbeiten. Foto: Miserius, Uwe (umi)

So heiß ist es an diesem Vormittag übrigens auch draußen schon wieder, das Freibadgelände füllt sich. Christopher Hoekstra hat es eilig und muss los: „Ich will noch die Kioskbestände checken, einkaufen und die Dienstpläne machen“, sagt er und verschwindet durch die Hallenbadtür.

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