Leichlingen: Räuber sprengen Geldautomat

Leichlingen : Geldautomat in der Innenstadt gesprengt

In der Nacht zu Donnerstag brachen unbekannte Täter in die SB-Filiale der Deutschen Bank Im Brückerfeld ein, sprengten einen Geldautomaten und flüchteten mit Bargeld in nicht genannter Höhe.

Das passiert nicht zum ersten Mal: In Köln läuft derzeit der Prozess zu der Geldautomatensprengung in Wiesdorf. Doch wie reagieren Banken auf die sich häufenden Vorfälle?

Ein lauter Knall riss die Bewohner der Leichlinger Innenstadt in der Nacht zu Christi-Himmelfahrt am Donnerstag aus ihrem Schlaf. Gegen vier Uhr morgens hatten sich zwei Diebe in der SB-Filiale der Deutschen Bank, Im Brückerfeld 9, an den dortigen Geldautomaten zu schaffen gemacht. Wie die Polizei berichtete, brachen die Täter die Eingangstür auf und leiteten anschließend Gas in den Geldautomaten ein, mit dem das Gerät gesprengt wurde. Ein dritter Täter wartete derweil in einem dunklen PKW auf seine Kumpanen, die Bargeld in bislang noch unbekannter Höhe erbeuteten. Die drei Täter konnten fliehen.

Einige der durch den Knall aufgeschreckten Bewohner beobachteten das Geschehen und informierten die Polizei, die zum Tatort ausrückte und die Zeugen vernahm. Auch das von einem Beobachter gedrehte Handyvideo wurde sichergestellt, das die Tat nach dem Knall filmte.

Die Tat ist kein Einzelfall: In den vergangenen zwei Jahren wurden in Leverkusen mehrere Geldautomaten verschiedener Banken gesprengt. Ein Fall aus dem Jahr 2016, bei dem ein Trio in Wiesdorf einen Automaten sprengte und später von der Polizei mittels DNA-Spuren geschnappt werden konnte, wird derzeit vor der Großen Strafkammer im Kölner Landgericht behandelt.

Einige Geldinstitute, etwa die Kreissparkasse Köln, reagierten bereits 2015 mit der nächtlichen Schließung ihrer SB-Filialen. Ein Großteil ihrer Foyers, in denen zumeist die Geldautomaten stehen, bleibt zwischen Mitternacht und 5.30 Uhr geschlossen. Über Nacht stark frequentierte Filialen dagegen bleiben weiterhin zugänglich. Auch die Sparda-Bank West änderte 2016, nach zwei Sprengungen, ihre nächtlichen Öffnungszeiten und rüstete ihre Automaten um. Die alten Geräte wurden sukzessive gegen sogenannte Gas-Ex-Tresore ausgetauscht. "Diese Geldautomaten haben weniger Leeraum im Inneren. Das Volumen ist so gering, dass weniger Gas hineinpasst - eine zu kleine Menge, um den Tresor zu zerstören", ließ vor zwei Jahren das Unternehmen über eine Pressemitteilung verkünden. "So können die Täter die Geldkassette nicht mitnehmen." Zusätzlich wurden die Automaten mit einer Farbvorbereitung ausgestattet. "Das Geld färbt sich dann ein", betonte damals Sparda-Sprecherin Ulrike Hüneburg. Welche Vorkehrungen die Deutsche Bank nach diesem Vorfall treffen will, ob das Institut auch eine nächtliche Schließung des SB-Centers Im Brückerfeld plant, wollte ein Sprecher der Bank auf Nachfrage unserer Redaktion nicht verraten: "Wir legen auf das Thema Sicherheitsvorkehrungen und auf die Prävention solcher Vorkommnisse ein großes Augenmerk. Wir sind bestrebt, die Balance zu wahren zwischen berechtigten Sicherheitsaspekten und einem guten Service für unsere Kunden."

(RP)
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