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Leichlingen: Politiker fordern Lagebericht aus den Kitas

Corona-Auswirkungen in Leichlingen : Politiker fordern Lagebericht aus den Kitas

Die Pandemie bedeutet für Familien und Erzieher eine enorme Belastung. Die CDU will wissen, wie hier die Leichlinger Politik unterstützen kann.

Die Lage in den Leichlinger Kindergärten ist angespannt. Seit dem Jahr 2019 sucht die Stadtverwaltung Erzieher in Voll- und Teilzeit für ihre beiden städtischen Einrichtungen, die Kita Büscherhof und die Kita Förstchen. Offensichtlich nur mit mäßigem Erfolg, denn die Stellenausschreibung steht nach wie vor auf der städtischen Internetseite. Dabei wirbt die Verwaltung mit ihrer Unternehmenskultur, mit Chancengleichheit und einem „Arbeitsplatz zum Wohlfühlen“.

Zu dem Personalmangel kommen nun die Herausforderungen durch Corona, und zwar in allen Kitas: Hygienevorgaben, neue Gruppenorganisationen, veränderte Öffnungszeiten, zeitweise Schließungen. Die Leichlinger CDU möchte wissen, wie es genau in den Kindergärten der Blütenstadt aussieht. Sie hat deshalb eine Anfrage an Bürgermeister Frank Steffes (SPD) gestellt.

„Wie können Kinder, auch wenn Kitas zeitweise geschlossen werden, pädagogisch betreut und vor sozialer Isolation geschützt werden?“, fragen die CDU-Ratsmitglieder Marc Oliver Drechsel, Patrick Imcke und Maurice Winter in ihrem Schreiben. Und: „Wie wirkt sich die Pandemie auf die Erzieherinnen und Erzieher aus? Und wie können diese den Kontakt zu Kindern und Eltern halten?“

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Um die Kitasituation in Leichlingen während der Coronapandemie zu beleuchten und gegebenenfalls politisch unterstützen zu können, wird die Verwaltung beauftragt, ein Lagebild der städtischen und privaten Kindergärten in Erfahrung zu bringen. Dazu wollen die Christdemokraten unter anderem erfahren, wie hoch durchschnittlich die Überstundenbelastung und der Krankenstand der Mitarbeiter ist, wie häufig es Mitarbeiterwechsel gibt und wie der Vergleich der Corona-Zeit mit der Zeit davor ausfällt. Außerdem interessiert sie, wie coronabedingte Veränderungen in einem Kindergarten gegenüber den Eltern transparent kommuniziert werden.

Die FDP Leichlingen regt zudem gemeinsam mit den Koalitionspartnern CDU und Grünen in einer Anfrage an, die Stadtverwaltung möge Luftfilter für die örtlichen Kitas anschaffen, um die Ansteckungsgefahr in den Räumen zu verringern. „Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach Angaben des RKI bei Kindern inzwischen besonders hoch“, erklärt Hans-Joachim Kesterke, der stellvertretende FDP-Vorsitzende. Gleichzeitig seien Impfungen für Kinder aktuell noch nicht möglich.

„Alle Möglichkeiten sollten genutzt werden, um besonders die Kinder in den Kindergärten vor Infektionen zu schützen“, fordert der Chemiker. „Luftfilter sind ab 500 Euro zu bekommen und deren Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt.“

An den Leichlinger Schulen sind Luftreinigungsanlagen bereits im Einsatz. Über ein Förderprogramm NRW-Bauministeriums habe man insgesamt 45 Geräte anschaffen können, berichtet Stadtsprecherin Rebecca Hermann: „Fünf pro Grundschule, zehn pro weiterführende Schule und zusätzlich zwölf Geräte für die Turnhallen.“ Die neuen Lüftungsgeräte hätten zwingend eine Filterfunktion und entsprächen der Klasse H13 oder H14. Bislang hätten sie sich bewährt. „Beschwerden über Lautstärke oder schwere Bedienbarkeit gab es bisher nicht“, sagt Hermann.