Leichlingen: Neujahrsempfang der SPDmit Bürgermeister Steffes auf dem roten Sofa.

SPD-Neujahrsempfang : Bürgermeister: „Die Stadt ist voll“

Frank Steffes stellte sich beim SPD-Neujahrsempfang auf dem roten Sofa den Fragen der Genossen.

Zu ihrem Neujahrsempfang hatte sich die SPD am Samstag Bürgermeister Frank Steffes auf ihr rotes „Fragen-und-Antworten-Sofa“ geholt. Dort nutzte der Verwaltungschef die Gelegenheit, im Wahlkampfjahr die Erfolge der letzten fünf Jahre zu präsentieren, musste sich aber auch kritischen Fragen stellen.

„Wir haben viele Projekte vorbereitet“, sagte Steffes. Dazu zählte er unter anderem den Bau des neuen Vollsortimenters samt Wohnungen am Wupperufer. „Der Bebauungsplan ist in der Offenlegung. Aktuell sieht es so aus, dass wir keine Einwände haben, die das Ziel des Projektes gefährden würden. Ich gehe davon aus, dass der Rat den Bebauungsplan relativ schnell genehmigen kann“, sagte der Bürgermeister. Im dritten oder vierten Quartal 2020 sagte er den Baubeginn voraus. In die aktuell gesperrte Henley-Brücke will die Stadt indes nicht mehr viel investieren, da sie bei dem Bau am Wupperufer ohnehin ersetzt werde.

Investitionen soll es aber an anderer Stelle geben. „Leichlingen ist mit knapp 30.000 Einwohnern voll. Für mehr Bürger ist die Stadt derzeit nicht ausgelegt. Jetzt müssen wir Geld in die Infrastruktur stecken, zum Beispiel in neue Kitas an der Uferstraße, in der Balker Aue und am Büscherhof“, sagte Steffes.

Mehr Investition in die freiwilligen Leistungen der Stadt wünschte sich auf dem roten Sofa Dagmar Pärsch-Roos, Fördervereins-Vorsitzende der Stadtbücherei. „Die Stadt ist zwar voll, verbessern muss man sie aber trotzdem“, sagte sie und verwies darauf, dass die Stadtbücherei einen Zustand der 1970er Jahren mit wenig Aufenthaltsqualität habe. Die Stadt dürfe bei den weiteren Planungen nicht wieder eine Minimallösung vorsehen. „Wir stehen zur Bücherei“, betonte Steffes, musste aber zugeben, dass die Bibliothek beim gerade erst erstellten Raumkonzept des Rathauses versehentlich gar nicht berücksichtigt worden war. Er versprach, dass sie bei einem zu erweiternden Rathaus – ausdrücklich sprach er sich gegen einen Neubau aus – die Bücherei angemessenen Platz bekomme.

Alexander Dahmen erkundigte sich auf dem Sofa nach öffentlichen Elektro-Ladestationen und erfuhr, dass aktuell drei geplant sind, zwei davon relativ konkret am alten Stadtpark im Rahmen der anstehenden Sanierung und auf der Parkpalette im Brückerfeld.

Selbstkritisch ging der Bürgermeister mit der Frage von Ulrich Pribus um, wie es um die Sanierung und den Bau von Radwegen in Leichlingen bestellt sei: Die seien im noch zu erstellenden Verkehrskonzept zu berücksichtigen. Ein großes Problem sei aber, dass sich die Politik schlicht nicht traue, Radwege statt Parkplätzen einzurichten. „Bei der Sanierung der Moltkestraße ist es so geplant. Mal sehen, ob wir es dort durchziehen“, sagte Steffes.