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Leichlingen: Neue Schau erinnert an Staatsmann  Helmut Schmidt

In Witzhelden bis Oktober zu sehen : Neue kleine Schau erinnert an Staatsmann Helmut Schmidt

Die SPD Witzhelden eröffnete am Samstag im Treff-O an der Hauptstraße in Witzhelden eine Ausstellung zu Helmut Schmidt. Sie ist nach Exponaten zu Johannes Rau und Willy Brandt die dritte Wanderausstellung, die aus Berlin kommend Halt im Höhendorf macht.

Für Bürgermeister Frank Steffes, so erzählte er, war der ehemalige Kanzler (1974 bis 1982) Grund für seinen Eintritt in die Partei  – und eine Persönlichkeit, die in der heutigen Politlandschaft fehle.

„Er war eine beeindruckende Persönlichkeit, die als Kanzler das Land geprägt hat“, sagte Steffes. Schmidt sei einer der letzten Politiker gewesen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätten. „Demokratie braucht Führung“, zitierte Steffes das ehemalige Staatsoberhaupt  – das sei auch heute noch so.

Schmidt nämlich sei ein Mensch gewesen, der in der Politik auch unbeliebte Entscheidungen getroffen habe. Und das sei ganz unabhängig von Zeitgeist und Parteizugehörigkeit geschehen. „Ob das immer die richtige Entscheidung war, zeigte dann die Zeit“, sagte Steffes.

In der heutigen Politlandschaft sei das nur noch wenig bis gar nicht zu finden. Das liege laut des Blütenstadt-Chefs an der Internetkultur, die Debatten schneller und Politiker empfänglicher für Kritik gemacht habe. Durch die Sozialen Medien werde Unzufriedenheit und Hass rascher an Politiker herangetragen, Hass potenziere sich schneller. „Das löst Verunsicherung aus, die zum Zögern führt  – und dann sitzt man Dinge aus“, betonte er.

Insgesamt 15 von möglichen 30 Bildern mit dazugehörigen Themen und Text hängen im Treff-O. Einst hing die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus in Berlin, von dort wird sie an Ortsverbände verliehen. Verantwortlich für den Inhalt der Ausstellung sind der „Freundeskreis Helmut Schmidt“, die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung und der Spiegel.

Laut Yvonne Göckeymeyer (Vorsitzende SPD Witzhelden) brauchte es drei Durchgänge, bis schließlich diejenigen 15 Auszüge aus Schmidts Leben ausgewählt wurden, die jetzt die Wände des kleinen Raums zieren. Dabei kristallisierte sich schnell ein Lieblingsstück heraus: der junge Helmut Schmidt. „Er hat gezeigt, dass man auch in jungen Jahren ein Standing haben und Dinge bewegen kann“, betonte Göckeymeyer.

Öffnungszeiten (bis zum 10. Oktober): www.spd-witzhelden.de.