Leichlingen Müll am Wupperwehr

Bürgermonitor : Müllsünder zerstören Wupperwehr

Obwohl die Naturidylle an der Wupper als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, baden und lärmen dort viele Leute und lassen ihren Müll zurück.

Nach dem vergangenen Wochenende hatte Moritz Buchmüller die Nase voll. Mal wieder war das Wupperwehr bei Nesselrath total vermüllt. Aber anstatt wie sonst das Ordnungsamt anzurufen und dort möglicherweise die selben Antworten wie immer zu bekommen („Problem bekannt, aber leider kein Personal“), hat er sich beim Wipperkotten eine große Tonne organisiert, ein paar Müllsäcke geschnappt und die Tonne am Wupperwehr aufgestellt. Befestigt mit einer Kette,  „sonst würde die dort nicht eine einzige Nacht stehen bleiben“, befürchtet der Anwohner. Und dann hat Moritz Buchmüller den ganzen Müll eingesammelt. Grillschalen, Flaschen, Kronkorken, Becher und Chipstüten. Aber auch Badehosen, Handtücher und Windeln. Sack um Sack waren schnell gefüllt, seitdem kontrolliert er die Tonne täglich. „Unglaublich, was die Leute liegen lassen.“

Bereits im Mai hatten sich Anrufer in unserer Redaktion gemeldet und von den schlimmen Zuständen am Wupperwehr berichtet. Darunter auch Nicole Sander, die dort oft und gerne spazieren geht und Ruhe und Natur genießt. „Bis irgendwann die ersten  Partyleute diese Stelle für sich entdeckt haben. Aber so schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie“, sagt sie. „Die Leute kommen mit Autos vorgefahren und parken direkt gegenüber vom Wupperwehr, so dass keine Rettungsfahrzeuge durchkommen. Sie zertrampeln die Steine im Wehr und die Böschung, baden, sind laut und lassen auf den Wiesen Unmengen an Müll zurück“, erzählt Sander. „Ich will gar nicht stänkern und gönne den Menschen einen schönen Sommerabend, aber es geht doch um dieses schöne Fleckchen Natur.“

Die Müllsünder anzusprechen, das traut sich die Frau nicht. Denn am Abend sind es oft größere Gruppen Jugendlicher, auch Alkohol und leichte Drogen seien dann im Spiel, berichten Anwohner und Spaziergänger. „Wer weiß, wie die dann reagieren würden. Im schlimmsten Fall mit mehr als mit einem frechen Spruch.“ Moritz Buchmüller hingegen hat die Leute schon mehrfach angesprochen. „Meist bekomme ich blöde Antworten oder böse Blicke.“ Nicht nur von Jugendlichen: Auch Eltern mit Kindern reagierten auf seinen Hinweis, dass dort ein Naturschutzgebiet sei, mit Unverständnis.

Der Polizei kennt die Probleme am denkmalgeschützten Wehr. Aber so lange keine Straftaten vorlägen, könnten die Beamten nichts machen. Man müsse die Müllsünder schon in flagranti erwischen, um etwas in der Hand zu haben. „Aber mangels Personal gibt es ja keine Kontrollen“, resigniert Buchmüller. „Ich habe den Eindruck, Ordnungsamt und Polizei schieben das Problem hin und her.“ Auch die Politik wolle sich nun endlich einschalten. „Man hat uns versprochen, das Thema in einer der nächsten Sitzungen anzuregen“, sagt Buchmüller. Am Dienstag gab es wenigstens einen kleinen Erfolg für die Umweltschützer: Das Amtsgericht verurteilte einen Mann, der das Wehr beschädigt hatte, zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit, eine Schadensersatzforderung wird folgen. „Vielleicht schreckt das künftige Vandalen ab“, hofft Nicole Sander.

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