Leichlingen Kurt Benner verstorben

Kurt Benner tot : Trauer um Mr. Rasenkraftsport

Kurt Benner ist am Samstag im Alter von 83 Jahren an Krebs gestorben. Seine Verdienste um den Sport sind einzigartig.

Der blaue Trainingsanzug war sein Markenzeichen. Deshalb musste die Familie gar nicht lange überlegen, als es um die Frage ging, welche Kleidung Kurt Benner auch auf seiner letzten Reise tragen würde: „Natürlich den blauen Trainingsanzug und seine Sportschuhe“, erzählt sein Sohn Mirko Benner. „Das hätte ,Eia’ gefallen“.

„Eia“ (das war in den 1950er Jahren der Spitzname eines Duisburger Fußballers), wie Kurt Benner nicht nur von seinem Sohn genannt wurde, sondern von allen, die ihn kannten, ist am Samstagabend im Kreise seiner Familie gestorben. Der Mann, der wie kein anderer den Leichlinger TV verkörperte, dort seit 1961 als Trainer aktiv war und etliche Spitzensportler hervorgebracht hat, starb wenige Wochen vor seinem 84. Geburtstag. „Er ist friedlich eingeschlafen, wir haben seine Hand gehalten“, sagt der 54-jährige Sohn.

Bereits vor vier Jahren erkrankte „Mr. Rasenkraftsport“, der die entsprechende Abteilung im LTV 1978 gründete, an der tückischen Krankheit. „Aber ,Eia’ war ein Kämpfer.“ Anfang des Jahres begann jedoch die Chemotherapie, seitdem ging es ihm stetig schlechter. „Letztlich hat er den Kampf verloren“, bedauert sein Sohn. Benner, der zuvor täglich auf dem Platz stand und sich ehrenamtlich um seine Schützlinge kümmerte, war zuletzt nur noch selten dort zu sehen. Dabei war der Sport nicht nur sein Hobby, sondern sein Lebenselixier, wie er immer wieder betonte. „So lange Gott will, so lange mich meine Füße tragen, mache ich weiter“, hatte er noch vor einem Jahr im Gespräch mit unserer Redaktion betont.

„So einen wird es kaum ein zweites Mal geben“, sagt Manfred Schmitz, Leiter der Leichtathletik­abteilung des LTV, der selbst neun Jahre von Benner trainiert wurde und ihn noch vor zwei Wochen besucht hatte. „Seine Leidenschaft für den Sport und sein Engagement für den Nachwuchs waren einzigartig.“ Auch LTV-Vorsitzender Martin Hasenjäger war geschockt, als er von Benners Tod erfuhr. „Wir sind alle tief traurig. Neulich habe ich ihn noch besucht, da schaute er die Leichtathletik-EM im Fernsehen, und wir haben über alte LTV-Zeiten gesprochen.“ Man könne gar nicht in Worte fassen, was Kurt Benner alles für den Rasenkraftsport getan habe. Er war Ehrenbürger der Stadt Leichlingen und seit 2009 auch Träger des Bundesverdienstkreuzes. „Im September wollte er zu unserer Jahreshauptversammlung kommen“, sagt Hasenjäger. „Nun werden wir überlegen, in welcher Form wir ihm dort gedenken können.“

Kurt Benners Familie – seine Frau Inge, seine Ex-Frau sowie Sohn, Tochter, vier Enkel und ein Urenkelkind – lebt in Leichlingen. Zurzeit organisieren die Angehörigen die Trauerfeier. Und die wird wohl eine der größten werden, die es in Leichlingen bislang gegeben hat.

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