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Leichlingen Kreis schafft feste Stelle für Klimaschutzmanager

Rhein-Berg : Kreis schafft feste Stelle für Klimaschutzmanager

Martin Beulker setzt bei erneuerbaren Energien auf die 37 Prozent Grünflächen im Kreis: „Ein großes Potential“, findet der Fachmann. Kommunale Akteure sollen bei Klimaschutz-Aktionen besser vernetzt, die energetische Gebäudesanierung und der Einsatz innovativer Techniklösungen zum Energiesparen, Stichwort „Smart Village“, verstärkt gefördert werden.

Martin Beulker bleibt an Bord. Derzeit ist die Stelle des Klimamanagers im Kreis durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert – und bis März 2021 befristet. Bis dahin hat der Kreis seine ehrgeizigen Klimaschutzziele aber nicht verwirklicht. Damit sie weiterverfolgt werden können, muss Beulker bleiben, findet die Politik. Der Kreisausschuss für Umwelt und Planung hat somit einstimmig beschlossen, eine feste Stelle zu schaffen. Friedhelm Weiß (Grüne) fasst die Begründung so zusammen: „Wir wollen uns auch in Zukunft für den Klimaschutz stark machen. Der Klimaschutzmanager ist zu einem wichtigen Ansprechpartner der Kommunen und weiterer Akteure geworden; er lenkt und bündelt die Arbeit im Kreisgebiet.“

Studiert hat der gebürtige Troisdorfer unter anderem im Fachgebiet der Erneuerbaren Energien, hat sich, wie er selbst sagt, „sehr aktiv mit den verschiedenen Facetten des Klimaschutzes auseinandergesetzt und Projekterfahrungen sammeln können“. Und verteilt Lob: „Der Rheinisch-Bergische Kreis ist ein Vorreiter im Klimaschutz. Ich bin überglücklich, dass ich bleiben kann. Es werden spannende Aufgaben in den nächsten Jahren auf mich zukommen. auch im Leichlinger Raum.“ Er möchte jeden dazu motivieren, ans Klima nicht nur zu denken: „Auch kleine Schritte können bereits etwas bewirken. Jeder kann etwas für den Klimaschutz tun“, hat er schon 2018 betont, als er im Kreis die Arbeit aufnahm.

Beulker hatte dem Ausschuss nun seinen Bericht über die Arbeit 2019 vorgelegt. Und die ist ausgezeichnet, wie Rainer Deppe (CDU) anmerkte, denn; „Die Kreisverwaltung wurde im Jahr 2019 für ihr Engagement im Klimaschutz sogar mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. Diese Zertifizierung ist ein Ansporn, auch weiterhin so eine gute Arbeit zu leisten.“

Geleistet hat er unter anderem dies: Der Kreis hat ein Integriertes Klimaschutzkonzept mit Maßnahmen entwickelt, die die Treibhausgas-Emissionen senken sollen. Das ist die Theorie. Die Praxis übernimmt der Klimaschutzmanager. Er muss praktische Lösungen für Energieeinsparungen und Energieeffizienz finden und mit den Kommunen umsetzen. 2019 hat Beulker so etwa mit der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderung und der Effizienzagentur NRW als „Gewerbeparkranger“ Maßnahmen zur CO2-Bilanzierung für Firmen begleitet, berichtet der Kreis.

Auch an der Mobilitätskampagne „Stadtradeln“, die in der ersten Juni-Woche startete, ist er beteiligt und geht selbst voran, wenn es darum geht, bei den Menschen ein Bewusstsein für grüne Mobilität zu schaffen. In diesem Jahr knackte er die 500-Kilometer-Marke beim Stadtradeln, das die Menschen nachhaltig fürs Radfahren begeistern soll.

„Das Fahrrad“, sagt er, „wird ein immer wichtigeres Verkehrsmittel“. Damit die Bürger mitverfolgen können, was sich in Sachen Klima im Rheinisch-Bergischen Kreis wirklich tut, will Beulker nun eine digitale Klimakarte des Kreisgebiets aufbauen, die regionale Klimaschutzprojekte interaktiv darstellt.

Und den Klimamanager gibt’s auch zum Anfassen – zumindest in Nicht-Corona-Zeiten. Er veranstaltet unter anderem Workshops in Schulen und Veranstaltungen mit regionalen Partnern.

2020 sollen kommunale Akteure bei Klimaschutz-Aktionen besser vernetzt, die energetische Gebäudesanierung und der Einsatz innovativer Techniklösungen zum Energiesparen, Stichwort „Smart Village“, verstärkt gefördert werden, hat sich der Klimamanager vorgenommen und arbeitet gerade an einem Konzept zur besseren Nutzung von Solarenergie, das im Herbst fertiggestellt sein soll: „Die solare Strom- und Wärmeerzeugung, wie auch die mit Biomasse, sind sehr wichtig für uns. Wir haben 37 Prozent Grünflächen im Kreisgebiet“. Es gebe deshalb großes Potenzial für grüne Energien. Und er will Bürger dazu angeregen, sich intensiver zum Thema Energie und Energieverbrauch samt Förderungsmöglichkeiten beraten zu lassen.