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Leichlingen: Helga und Albert Blasberg feiern Diamanthochzeit

Diamanthochzeit : An der Ahr hat es bei den Blasbergs gefunkt

Das Leichlinger Paar ist seit 60 Jahren verheiratet. „Die beste Entscheidung“, sagt Helga Blasberg. Die Feier soll nachgeholt werden.

An die erste Begegnung mit der Frau seines Lebens kann sich Albert Blasberg noch gut erinnern. Er war damals 19, sie 17, und obwohl nur zwei Kilometer die Wohnorte der beiden trennten, kannten sie sich nicht – bis zum Jahresausflug der Landjugendgruppe Leichlingen an die Ahr. „Es war wie im Hollywood-Film: Liebe auf den ersten Blick“, sagt der 83-Jährige in Erinnerung an den magischen Moment im Jahr 1956. Beim anschließenden Tanzabend habe es dann richtig zwischen ihm und seiner Helga gefunkt. Es war der Startschuss einer Liebe, die bis heute nicht gerostet ist. Am 21. April feiern die beiden nach 60 Jahren Ehe Diamanthochzeit.

„Ihre Cousinen waren an der Organisation der Fahrt beteiligt und Helga war das erste Mal dabei“, sagt der Landwirt im Ruhestand und fügt lachend hinzu: „Eigentlich hatten sie den Auftrag, gut auf sie aufzupassen, aber das hat wohl nicht so gut geklappt.“ Seine Frau, Mutter der beiden gemeinsamen Söhne Reiner und Frank sowie vierfache Groß- und einfache Urgroßmutter, kam ebenfalls aus einer „Bauernfamilie“, wie Blasberg es umschreibt. „Sie wusste also genau, worauf sie sich einlässt.“ Ihre Söhne hat es derweil beruflich in andere Richtungen verschlagen. Inzwischen sind die Ländereien verpachtet.

Mit 16 stieg er in den elterlichen Betrieb auf dem Hof Bröden ein. Im Laufe der Jahre habe sich der Betrieb auf Hühner spezialisiert. „Das war in den 1960er Jahren“, sagt Blasberg. Helga und er waren zu dem Zeitpunkt bereits verheiratet und sie packte auf dem Hof kräftig mit an.

Die Tage begannen früh und endeten spät. Immer gab es etwas zu tun. Viel Raum für Reisen oder anderen Luxus blieb nicht. Auch die Hochzeit im Kreise von Freunden und Familie und der vorangegangene Polterabend sind noch in lebhafter Erinnerung. „Wir waren vormittags im Standesamt und nachmittags in der Kirche. Anschließend gab es eine einfache, aber schöne Feier mit Musik, Abendessen – und natürlich Tanz.“

Das Paar gönnte sich lange nicht viel. Den ersten längeren gemeinsamen Urlaub gab es nach 25 Jahren Ehe in den Alpen. Albert Blasbergs Vater verstarb vergleichsweise früh, damit ging die volle Verantwortung für den Betrieb auf dem Hof einher. „Wir konnten wegen der Tiere nie wirklich weg.“ Tagesfahrten – er mit dem Quartettverein Oberschmitte, sie mit ihrem Kegelclub – gab es aber viele zwischendurch. Und nach dem Ruhestand erkundete das Paar die Welt, unter anderem in Südafrika und Kanada und auf einigen Kreuzfahrten waren die im Alter reisefreudigen Leichlinger unterwegs. „Von den Erinnerungen zehren wir noch heute“, sagt der 83-Jährige, der sein Glück kaum fassen kann: Wir sind auch in hohem Alter noch zusammen und beide verhältnismäßig gut in Schuss.“

Entsprechend schade sei es, dass Corona alle Feierpläne durchkreuzt habe. Über 60 Personen waren eingeladen, um mit den Blasbergs die Diamanthochzeit zu feiern. „Wie sagt man so schön: aufgehoben ist nicht aufgeschoben“, betont die 81-Jährige. Die Ehe mit ihrem nun Diamantgatten sei die beste Entscheidung gewesen: „Wir würden es auch nochmal 60 Jahre miteinander aushalten.“