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Leichlingen Heimat-Preis 2020: Die Gewinner stehen fest

Auszeichnung für Vereine : Heimatpreis 2020: Wer jetzt nicht liest, ist selber Schuld

Der Heimatpreis der Stadt Leichlingen geht in diesem Jahr an den Förderverein der Stadtbücherei, Pfadfinder und Geschichtsfreunde.

Die schlechte Nachricht zuerst, dafür gleich zwei gute hinterher: Die Umsatzentwicklung des deutschen Buchhandels schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent, wie der Branchen-Monitor Buch mitteilt. Aber: In den vergangenen vier Monaten kauften die Menschen wieder mehr Autobiografien, Sach- und Kinderbücher, Krimis & Co. – und die Aussicht, dass sie wieder vermehrt in Buchläden und Bibliotheken gehen, wirkt dadurch gar nicht abwegig. Das aktive Heranführen und Begeistern fürs Lesen gehöre vielmehr ausgezeichnet – und so verleiht die Stadt Leichlingen den ersten Platz ihres diesjährigen und zum zweiten Mal vergebenen Heimatpreises an den Förderverein der Stadtbücherei.

3500 Euro erhält der Verein; ein Teil der Summe soll in das Projekt „MENTOR-Die Leselernhelfer Leichlingen“ fließen. Dabei helfen ehrenamtliche Mentoren benachteiligten Schülern in der Schule, ihre Lesefähigkeiten zu verbessern und damit Analphabetismus zu verhindern. Doch nicht nur der Erhalt und die Steigerung der Attraktivität der öffentlichen Bibliothek als Treffpunkt für alle Generationen und gesellschaftlichen Schichten sei für den Verein von Bedeutung, wie er in seiner Bewerbung um die Auszeichnung schrieb – und von der sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung offensichtlich angetan zeigten.

Auch „der kulturelle Austausch in unserer Heimatstadt ist wichtig. Dies erreichen wir durch ein von uns veranstaltetes Kulturprogramm“, ließ der Förderverein wissen. Das Geld soll zudem der finanziellen Unterstützung des Digitalisierungsprojekts der Bücherei dienen sowie der Heranführung von Kindern und Jugendlichen an Programmierung und digitale Technik.

Die „vielfältige und lebendige Vereinskultur“ der Stadt, wie Myrjam Passing von der Wirtschaftsförderung Stadt Leichlingen und damit der Jury des Heimat-Preises sagte, machen zudem zwei weitere preiswürdige Organisationen aus. Nämlich der Leichlinger Pfadfinderstamm Wippera, der mit dem zweiten Platz ein Preisgeld von 1500 Euro erhält. 2011 gegründet, setzen sich die 45 Mitglieder für ein soziales Miteinander in der Blütenstadt ein.

Das Preisgeld werde unter anderem für Neuanschaffungen von Zeltmaterialien und Zubehör als auch für die Instandhaltung der Ausstattung aufgewendet. Denn wann immer es geht, heißt es: raus in die Natur! Der Schwerpunkt des Vereins liege nämlich „im Ausbau der verantwortungsvollen Naturverbundenheit und Nachhaltigkeitserziehung der Kinder und Jugendlichen“. Die Attraktivität öffentlich zugänglicher Orte in Leichlingen zu steigern, etwa durch das Renovieren und Aufräumen des Pfarrgartens, gehörten zum Engagement.

Und wer landete auf dem dritten Platz? Der Bergische Geschichtsverein (BGV) mit der Abteilung Leverkusen-Niederwupper, der das Ziel der geschichtlichen Bewusstseinsstärkung verfolgt. Durch vom BGV gesammelte und in Vorträgen und Broschüren aufbereitete Informationen zur Geschichte Leichlingens sollen sich Bürger wieder mehr für ihre Stadt interessieren und zum Beispiel die Entstehungsgeschichte einzelner Ortschaften besser verstehen.

Das Preisgeld von 500 Euro fließe in die Arbeit am Abteilungsheft „Niederwupper“. Dieses befasst sich in seiner 31. Ausgabe mit dem ehemaligen Rittersitz Diepental und der Diepentalsperre als Freizeit-/Erholungsgebiet früher, heute und in Zukunft. Das Heft soll im kommenden Jahr erscheinen.

Aus bekannten Gründen fällt die Ehrung für die Preisträger im großen Rahmen aus. Am 25. November dürfen nur wenige Gäste bei der Verleihung um 18 Uhr im Alten Rathaus dabei sein.