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Leichlingen: Haftstrafe für Leichlinger Drogendealer

Wiederholungstäter : Haftstrafe für Leichlinger Drogendealer

Die Polizei fand in der Wohnung des 33-Jährigen Marihuana, Marihuana-Paste, Extasy-Tabeletten, Badesalz und einige Ampullen Testosteron.

Als am 23. Oktober des vergangenen Jahres Beamte der Polizei an die Tür seiner Wohnung klopften, riss ein 33-jähriger Leichlinger ein Fenster auf und warf Gegenstände nach unten. Das tat er aus gutem Grund, wie sich zeigen sollte: Er versuchte, Drogen loszuwerden. Erwischt wurde er dennoch und musste sich nun vor dem Amtsgericht Leverkusen verantworten.

Insgesamt fand die Polizei bei der Durchsuchung um 22.30 Uhr rund 620 Gramm Marihuana, 24 Gramm Marihuana-Paste, 34 Extasy-Tabeletten, Badesalz und einige Ampullen Testosteron. Zudem sicherten die Beamten 175 Euro in szenetypischer Stückelung, eine Feinwaage sowie Streckungs- und Verpackungsmaterial. Die Wirkstoffmenge von 101 Gramm Tetrahydrocannabinol (THC) überschreitet die „nicht geringe Menge“ um das 13-Fache. Der Angeklagte gestand die Vorwürfe.

Laut Verteidiger hatte der 33-Jährige kurz zuvor seinen Job in einem Lager verloren. Eine neue Anstellung zu finden sei schwer, da er keinen Schulabschluss besitze. „In dem Moment ist er wieder in die Arbeitslosigkeit reingerutscht“, sagte der Verteidiger. Wegen dieses Schlags habe der Leichlinger wieder angefangen zu rauchen.

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Ein bis zwei Gramm Marihuana seien es schließlich am Tag gewesen. Laut Angeklagtem müssen dafür rund 300 Euro pro Monat veranschlagt werden. Das konnte er sich nicht leisten. So machte er Schulden im „niedrigen vierstelligen Bereich“ bei seinem Dealer, wie sein Anwalt berichtete. Der Kontakt, den der Beschuldigte aus Angst nicht nannte, ließ in seine Schulden abarbeiten. Er sollte die bei ihm gefundenen Drogen zu einem sehr überwiegenden Teil verkaufen, „weil er als Konsument natürlich entsprechende Konsumenten kennt“, betonte sein Rechtsbeistand.

Dass er bei Schicksalschlägen auf Drogen zurückgreift, ist bei dem Angeklagten eine schlechte Angewohnheit. Bereits 2017 wurden bei ihm 639 Gramm Marihuana gefunden. Damals gab er an, die Menge für eine Käufergemeinschaft erworben und kurz gelagert zu haben. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Die Bewährungszeit lief während der jetzt angeklagten Tat noch.

Dieser Umstand verschärfte das Strafmaß. Das Gericht kam dem Antrag der Staatsanwältin nach, die 34 Monate Haft forderte. Die Gefängnisstrafe wird jedoch zunächst zurückgestellt, da der Mann die Kostenzusage einer Krankenkasse für eine stationäre Therapie erhalten hat. Diese ärztliche Behandlung soll ihm zunächst garantiert werden.