Leichlingen: Grundschüler lernen digital

Medienentwicklungsplan Leichlingen : Grundschüler lernen jetzt digital

An der Grundschule Büscherhof läuft das Pilotprojekt „Digitalisierung an Schulen“. Papier und Stift gibt es aber noch.

Es ist ruhig, fast ungewöhnlich ruhig: In einem Klassenraum sitzen zehn Grundschüler, lesen, rechnen oder schreiben immer neue Worte an die Tafel. Der angenehme Geräuschpegel fällt sofort auf und ist einer der Vorteile, den die Digitalisierung an der Grundschule Büscherhof mit sich bringt.

Am Mittwoch präsentierten Schulleiterin Sandra Richter, Medienkoordinator Jonas Grimmelsmann, Vertreter des Schul-Fördervereins und der Stadt das Pilotprojekt, das im Rahmen des städtischen Medienentwicklungsplanes aktuell an der Schule läuft. Mit einem Budget von 20.000 Euro, das überwiegend durch Spendensammel-Aktionen des Fördervereins zusammengekommen ist, hat die Schule zwei interaktive Displays – früher Tafeln – und 34 Tablets gekauft. Zwei Klassen konnten mit der modernen Technik im ersten Anlauf ausgestattet werden. Ziel ist es, dass alle elf Grundschulklassen mit den neuen Medien arbeiten können. „Die individuelle Förderung der Schüler ist dadurch viel einfacher“, betonte Lehrer Jonas Grimmelsmann.

Mit eigenen Zugangsdaten können sich die Schüler in eine App einloggen, dort Aufgaben bearbeiten, sich Erklärungen holen. Der Lehrer wiederum sieht, wie lange die Kinder an den Aufgaben arbeiten, wo möglicherweise Defizite sind und worauf er gezielt eingehen kann. Einsamer wird das Lernen dadurch nicht: Die Schule hat neue Bänke angeschafft, mit denen sich die Schüler mit ihren Tablets um das große Display setzen und ihre Ergebnisse auf die digitale Tafel spiegeln können. So lassen sich Aufgaben gemeinsam besprechen, Gruppenarbeiten zusammen präsentieren.

Auch die Lehrer nutzen Unterrichtsmaterialien gemeinsam, weil sie zentral abgespeichert sind. Aktuell verbringen die Kinder eine Stunde pro Woche mit der neuen Technik. „Wir wollen eine gesunde Mischung, auch heute noch ist Papier und eine gute Handschrift von Nöten. Aber die Kinder sollen den Umgang mit der Technik in der heutigen Zeit lernen“, betonte Schulleiterin Sandra Richter.

Die Jungen und Mädchen jedenfalls sind begeistert von den neuen Möglichkeiten, wurden ebenso wie das Lehrerkollegium und die Eltern von Anfang an in die Planungen einbezogen. „In Elternabenden haben wir unser Projekt vorgestellt. Mit den Klassensprechern haben wir ausgewählt, was wir als erstes anschaffen“, erzählte Richter. Die Lehrer haben an Fachtagungen, Workshops und Fortbildungen teilgenommen, Grimmelsmann hat die Ausbildung zum Medienkoordinator absolviert.

„Das ist ein großer Vorteil bei diesem Projekt“, betonte Bürgermeister Frank Steffes. Niemand bekomme etwas übergestülpt, alle seien bereit, die neuen Möglichkeiten auch tatsächlich zu nutzen. Das Pilotprojekt soll Auswirkungen auf die gesamte Schullandschaft haben: Planung, Durchführung und Bewertung laufen in enger Abstimmung mit der Stadt. Später sollen die anderen Schulen im Rahmen des Medienentwicklungsplanes von den Erfahrungen profitieren.

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