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Leichlingen: Franz Jung regt während Corona-Krise Motorradverbot an

Freie Straßen laden zum Rasen ein : Beschwerden über Motorradlärm in Leichlingen

Franz Jung hat nichts gegen Motorräder. Im Gegenteil: Der 69-Jährige steigt selbst gern auf seine Maschine, um eine Tour zu unternehmen – „aber nicht so, dass sich jeder nach mir umdrehen muss“, betont er.

Doch genau da liegt das Problem. Jung ist Motorradlärmbeauftragter der Stadt und die „extreme Belästigung“, die vor allem die Motoren frisierter Zweiräder verursachen, mache ihm zu schaffen.

Durch die Corona-Maßnahmen ist der Verkehr heruntergefahren. Die Straßen sind weitgehend frei und das Wetter ist schön – viele Motorradfahrer nutzen die Gelegenheit. Am Wochenende hat Jung an der Kirchstraße in Leichlingen eine Zählung vorgenommen. „Nach einer halben Stunde waren von 50 Fahrzeugen 38 Mototrräder dabei“, sagt er und schätzt, dass ein knappes Viertel der Maschinen frisiert und damit lauter als die erlaubten 80 bis 85 Dezibel sind. Das sei vor allem für die Anwohner eine Zumutung.

Um der Situation Herr zu werden, schlägt er vor, sich an Bayern zu orientieren. Im Freistaat sind Motorradausflüge weitgehend verboten. Erlaubt sind nur noch zwingend notwendige Fahrten, etwa zur Arbeit, zum Einkauf, zur Werkstatt oder zur Hauptuntersuchung. Die Polizei kontrolliert verstärkt in Bayern. Wer sich nicht daran hält, muss mit Bußgeldern rechnen.

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Das ist im Rheinisch-Bergischen Kreis nicht der Fall, wie Polizeisprecher Richard Barz erklärt. „Es ist nach Wahrnehmung unserer Kollegen richtig, dass mehr Motorradfahrer unterwegs sind. Die Beschwerden sind berechtigt“, sagt er. Dennoch sei der Gesetzgeber gefragt, wenn dem ein Ende gesetzt werden solle. „Objektiv betrachtet sind viele Bauarten erlaubt – gerade auch von älteren und damit sehr lauten Maschinen.“ Er appeliert an die Motorradfahrer, während der Corona-Krise auf Vergnügungsfahrten zu verzichen.