Leichlingen: Flo Stedmon hat ihr erstes Kinderbuch geschrieben, Vorbild sind zwei Hunde.

Hundegeschichten : Die lustigen Abenteuer zweier Hunde-Freunde

Flo Stedmon hat ein bebildertes Kinderbuch mit Geschichten der beiden Hund Ruby und Lennox vorgelegt.

Ruby hat eine ganz besondere Eigenart. Das Hundemädchen steckt seine lange, schwarze Schnauze überall hinein. In der Hoffnung, etwas Essbares zu finden. „Rumschnöven“ sagt man dazu im Rheinland. Ein Begriff, der Flo Stedmon – in England geboren, mit sieben Jahren nach Frankfurt und vor sechs Jahren von dort nach Leichlingen gezogen – auf Anhieb gefiel. Und so verpasste die 54-Jährige, die gerne und oft lacht, ihrer Ruby den literarischen Namen „Schnövenichvanschnöf“.

Aber von vorne: Ruby alias Schnövenichvanschnöf ist eine der Hauptpersonen (in diesem Fall: Haupthunde) in Flo Stedmons erstem Buch „Waldo und Schnövenichvanschnöf – Abenteuer am Meer“. „Ich wollte immer schon ein Kinderbuch schreiben“, erzählt die Autorin. Und als sie dann vor drei Jahren gemeinsam mit ihrer Frau und deren Hund Lennox mehrere Woche im Urlaub auf Mallorca war, da legte sie endlich los. „Wir haben dort so viele witzige Situationen mit unseren Hunden erlebt, die musste ich einfach aufschreiben.“ Etwa als Lennox, der im Buch Waldo heißt, wie ein Gummiball panisch und zugleich verärgert am Strand auf- und abhüpfte, nur weil sein Frauchen im Meer baden war. Denn sowohl Labradoodle Ruby als auch Mischling Lennox sind total wasserscheu.

Oder die Szenen in der Kabine: Lennox durfte in einer Transportbox mit in die Kabine des Flugzeugs, während Ruby im Frachtraum für Tiere untergebracht war. „Zuvor hatte ich enorme Flugangst“, erinnert sich Flo Stedmon. „Aber seitdem ich gesehen habe, wie souverän Lennox die Siuation bewältigt hat, ist meine Angst wie weggeblasen. Er hat mich mit seiner Anwesenheit total beruhigt.“

Mitte November ist Flo Stedmons Buch erschienen, ihre Freunde und auch deren Kinder waren begeistert, und sie hat bereits einige Exemplare verkauft. „Ich habe allerdings festgestellt, dass mehr erwachsene Hundeliebhaber das Buch kaufen“, sagt Stedmon. Verwunderlich ist das nicht, denn obwohl das Buch ein Bilderbuch ist, ist die Sprache keine typisch simple Kindersprache. „Das habe ich extra vermieden“, sagt Stedmon, die als studierte Soziologin zuvor in der Werbung gearbeitet hat. „Ich habe mir vielmehr gewünscht, dass die Kinder vielleicht Fragen stellen und so mit den Erwachsenen über den Text und die Bilder ins Gespräch kommen.“

Apropos Bilder: Die witzig-liebevollen Illustrationen hat Marion Schickert, eine Zeichnerin aus Niederbayern, gemacht. Schickert ist selbst ein großer Hunde-Fan und war begeistert von der Idee, ein Hunde-Bilderbuch zu machen. „Ich habe im Netz Zeichnungen von Marion Schickert gesehen und sie dann über ihre Website kontaktiert“, erzählt Flo Stedmon. „Dann hat sie meine Texte bekommen und nach und nach die Bilder dazu gemalt. Mittlerweile sind wir Freundinnen.“

Ob es eine Fortsetzung der lustigen Abenteuer der beiden Hundefreunde geben wird? In dieser Form sicher nicht. Denn Lennox ist im Sommer gestorben. „Meine Frau wollte eigentlich keinen neuen Hund. Aber wir haben bald gemerkt, dass uns etwas fehlte. Die Hunde sind für uns Familienmitglieder.“ Deshalb ist nun Buddy da. „Das Witzige ist: In einer Szene im Buch fährt ein Hund auf einem Surfbrett durchs Bild, der sieht genau aus wie Buddy – obwohl damals doch Lennox noch lebte und wir Buddy noch gar nicht kannten“, erzählt Flo Stedmon. Deshalb überlegt sie, ob es möglicherweise ein neues Hunde-Abenteuer geben wird, dann allerdings mit Buddy an Schnövenichvanschnöfs Seite.

Mehr von RP ONLINE