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Leichlingen: Feuerlöschübung beim Busunternehmen Hüttebräucker

Schulung für Busfahrer in Leichlingen : Lösch-Übung: Wenn der Autobus brennt

Bei einer Brandschutzhelferschulung im Leichlinger Busunternehmen Okuna sollen die Busfahrer lernen, ihre Hemmungen vor dem Feuer abzulegen, damit sie es wirkungsvoll bekämpfen können.

Vor gerade mal einer Woche ist es in Saarbrücken zum Ernstfall gekommen: Bei einem Großeinsatz musste die Feuerwehr einen Linienbus löschen. Das Feuer war offenbar im Motorraum des Fahrzeugs ausgebrochen, wahrscheinlich durch einen technischen Defekt. Fahrgäste wurden nicht verletzt, sie konnten den Bus rechtzeitig verlassen. „In Deutschland gibt es pro Jahr einige hundert Busbrände, 90 Prozent davon brechen im Motorraum aus“, erzählt Bernd Weißhaupt. Der ehrenamtliche Feuerwehrmann im Leichlinger Löschzug 3 führt mit seinem Unternehmen seit rund 30 Jahren bundesweit Brandschutzhelferschulungen durch.

Am Samstag war er beim örtlichen Busunternehmen Okuna in Unterschmitte im Einsatz und schulte dort zehn Busfahrerinnen und Busfahrer, was im Notfall zu tun ist. Neben der Theorie auf dem Programm: ein Motorbrand im Heck des Busses, simuliert mit einem sogenannten Firetrainer, dessen mächtiger Flamme die Fahrer mit einem Handfeuerlöscher Herr werden mussten. Der Firetrainer arbeitet mit Propangas, gelöscht wurde mit Kohlendioxid. Im Bus sind normalerweise ein bis zwei Pulverlöscher an Bord, die Situation ist vergleichbar.

„Der Ablauf sollte im Notfall immer der gleiche sein“, erläutert Weißhaupt, der an diesem Vormittag die Übung mit seinem ehrenamtlichen Helfer Michael Kiesewalter durchführt. Zuerst sollen die Busfahrer immer den Feuerwehrnotruf 112 wählen und das Feuer melden. Dann müssen sie die Menschen im Bus evakuieren und zuletzt das Feuer bekämpfen.

„Jeder Mitarbeiter hat an diesem Vormittag mehrfach gelöscht“, erzählt Okuna-Geschäftsführer Rainer Hüttebräucker. Einmal im Jahr lässt er alle Fahrerinnen und Fahrer darin schulen. Für viele, so erzählt er, sei es eine Überwindung, mit dem Löscher so nah an das Feuer heranzugehen, aber die Wiederholung bringe oftmals den Erfolg.

Hüttebräucker hat selbst schon erlebt, dass es in einem seiner Busse brannte – auch da mit glücklichem Ausgang: „Wir hatten einen Schwelbrand im Sicherungskasten des Busses, der vorne beim Fahrer ist“, erzählt er. Das Fahrerfenster sei damals offen gewesen, Regenwasser in den Sicherungskasten gelangt. „Beim nächsten Start hatten wir einen Kurzschluss“, berichtet Rainer Hüttebräucker. Damals habe der Fahrer schnell reagiert, niemand sei zu Schaden gekommen.

Deshalb bereitet er die Mitarbeiter auf solche und ähnliche Situationen vor, macht sie mit den unterschiedlichen Funktionsweisen in verschiedenen Bustypen vertraut. „In der Ausbildung wird das leider oft nur in Videos vermittelt. Aber das selber Anfassen und Machen ist durch nichts zu ersetzen“, betont der Geschäftsführer. Bernd Weißhaupt bestätigt das: „Wir machen die Mitarbeiter hemmungslos!“ – im besten Sinne. Das kann im Notfall Leben retten.