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Leichlingen: Entscheidung über Diepental fällt Ende Juni

„Touristisches Highlight in der Region“ : Entscheidung zu Diepental fällt Ende Juni

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses stimmten für die Änderungen des Flächennutzungsplans, damit privater Investor Areal wiederbeleben kann. Der Stadtrat entscheidet am 25. Juni über den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung hat sich einstimmig für die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich „Haus Diepental“ ausgesprochen. Vertreter aller Parteien begrüßten die Entwicklung und waren bei der Sitzung am Montagabend in der Aula des Schulzentrums Am Hammer durchweg der Meinung, es sei an der Zeit, dass „an diesem touristischen Highlight in der Region“ endlich etwas passiere.

Nur eine Frage blieb offen, auf die auch die Verwaltung bislang keine Antworten geben konnte, da sich der Aufstellungsbeschluss ganz am Anfang des Verfahrens befindet: Bleiben der Parkplatz und das „Waldquellbad“ für die Öffentlichkeit erhalten? Tatsächlich wirkt die einst private Talsperre Diepental – die zwischen 1902 und 1908 durch die Stauung des Murbachs entstanden ist – als Magnet. Nachdem 1917 zusätzlich Spazier- und Wanderwege rund um die beiden Stauseen angelegt und Freizeitangebote durch Wassersport und Gastronomie ergänzt wurden, verwandelte sich das Gebiet zunehmend in ein beliebtes Naherholungsgebiet zwischen Leichlingen und Leverkusen. Doch der Abstieg folgte unaufhaltsam: Mit den Jahren verlandete die Diepentalsperre, die Gastronomie stellte ihren Betrieb ein, der Minigolfplatz verfiel zunehmend. Nun soll Diepental – mit Ausnahme des Wochenendhausgebietes  – aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Der Leichlinger Investor Winfried Leßmann plant, das gesamte Areal umzustrukturieren und durch neue Gebäude und Nutzungen zu reaktivieren. So soll im Nordosten unter anderem ein Hotel mit bis zu 80 Zimmern entstehen, im Süden ergänzt durch ein Gasthaus und eine Wellnesseinrichtung für Seele und Körper, Trimm-Dich-Pfad, Beach-Volleyball, Winter-Eislaufen, Konzerte, Musikveranstaltungen, Ausstellungen, Weihnachtsmarkt oder dergleichen. Leßmann ging noch im vorigen Jahr davon aus, „dass es zwei bis drei Jahre dauert, bis die baurechtlichen Dinge geklärt sind und wir einen Bauantrag stellen können“.

  • Zwischen 1902 und 1904 waren viele
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  • Stadtentwicklung : Bürgerhaus-Areal: Streit um die Verkaufskriterien
  • Dachbegrüntes freundliches Gebäudeensemble neben den Gleisen:
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In Verbindung mit der Neuerung ist außerdem geplant, die Talsperre zurückzubauen und das System Murbach/Diepental als Gemeinschaftsprojekt zwischen Eigentümer, Wupperverband und den Städten Leverkusen, Burscheid und Leichlingen im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu renaturieren. „Es soll ein Freizeit- und Urlaubsort für Tagestouristen, Tagungsgäste und Urlauber in charakteristischer Nähe zum Wasser entstehen“, beschreibt das Stadtplanungsamt seine Vorlage und ergänzt: „Die Diepentalsperre, die umliegende Landschaft und auch die Anlagen des ‚Haus Diepental‘ haben für die Blütenstadt Leichlingen einen identitätsstiftenden Charakter.“ Letztlich würde das Plangebiet einen gestärkten „Naherholungsstandort für Leichlingen und die Region bilden“ und damit der Zukunftsperspektive Freizeit und Tourismus des Leitbildes der Stadt Leichlingen entsprechen. Wegen potentieller Synergieeffekte ist die Verwaltung deshalb auch in Abstimmung mit Vertretern der Agentur „Regionale 2025 Bergisches Rheinland“.

Die endgültige Entscheidung über den Aufstellungsbeschluss für einen neuen B-Plan fällt der Rat in seiner Sitzung am 25. Juni. Auch dort ist mit einem einheitlichen Votum zu rechnen.