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Leichlingen Die neue Innenstadt kann kommen

Beschlossen : Die neue Innenstadt kann kommen

Der Stadtrat hat den Weg für das wegweisende Bauvorhaben zur Neugestaltung des Areals „Rathausvorplatz/Wupperufer“ freigemacht. „Ich nehme das Wort selten in den Mund, aber das heute ist ein historischer Beschluss, der einen kontroversen, über viele Jahre andauernden Prozess beendet“, sagte Bürgermeister Frank Steffes.

Das vielversprechendste Bauvorhaben der kommenden Jahre zur Aufwertung des Leichlinger Stadtzentrums steht endlich in den Startlöchern. Am Donnerstag hat der Stadtrat den Bebauungsplan für das Innenstadt-Projekt „Rathausvorplatz/Wupperufer“ mit zwei Gegenstimmen zugestimmt. Auf dem ehemaligen Kaufpark- und dem Tankstellen-Gelände sollen Wohnungen, Büros und ein neuer Edeka-City-Supermarkt entstehen, dazu zur Wupper hin noch eine erhöhte Flaniermeile.

„Ich nehme das Wort selten in den Mund, aber das heute ist ein historischer Beschluss, der einen kontroversen, über viele Jahre andauernden Prozess beendet“, sagte Bürgermeister Frank Steffes. Seit mehr als einem Jahrzehnt läuft die Diskussion über die Neugestaltung des Innenstadt-Areals nun schon. Nach einer durch eine Bürgerinitiative herbeigeführte Bürgerbefragung in 2015 musste von den ursprünglichen Plänen abgerückt werden, den neuen Stadtpark an einen Investor zu verkaufen, der dort ein Einkaufszentrum errichten wollte.

Helmut Wagner, Fraktionschef der CDU, sagte, dass seine Partei den nun erfolgten Beschluss begrüße, stellte aber auch die eigene Rolle bei der Lösung in seiner jetzigen Form heraus: „Wir haben es zusammen mit den Grünen geschafft, eine Bebauung der beiden Stadtparks zu vermeiden“, unterstrich Wagner und warf Bürgermeister Steffes (SPD) vor, es habe dennoch alles zu lange gedauert. Vor 2023 werde das Areal nicht fertiggestellt der Supermarkt auch nicht öffnen. Steffes entgegnete, er sehe nicht, „wie ein vernünftig demokratisch gestaltetes Verfahren hätte schneller laufen können“. Zumindest, wenn es um den Zeitraum nach der Bürgerbefragung zu Beginn seiner Amtszeit gehe, als das Projekt neu aufgerollt und ein neuer Investor gefunden wurde. „Alle Beteiligten haben schnell gearbeitet, die Zusammenarbeit mit Behörden, Investoren und Politik hat sehr gut funktioniert.“

Die Grünen befanden es für positiv, dass es nun vorangehe, ebenso die Ausgestaltung von Wuppergarten und -promenade, monierten aber durch ihren Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Müller-Breuer: Das Konzept sei nicht innovativ genug. „Wir haben Klimanotstand. Da ist mit der Tiefgarage, die bis ans Ufer reicht, viel zu pkw-zentriert geplant worden. Die Verkehrswende hätte mehr mit hineinspielen müssen.“ Man erwarte zudem, dass die der Promenade zum Opfer fallenden Bäume an der Wupper gleichwertig ersetzt werden.

In der Ratssitzung wurde auch eine gewünschte Anpassung des Vertrags mit den Investoren hinsichtlich des freien öffentlichen Zugangs zum auf dem Supermarktdach entstehenden Wuppergarten kommuniziert. Von Mai bis Oktober wird dieser zwischen 8 und 22 Uhr, von November bis April zwischen 9 bis 18 Uhr geöffnet sein. Hier kamen die Investoren vom Planungsbüro „Pässler und Sundermann und Partner“ der Stadt entgegen, denn eigentlich handelt es sich um privates Gelände. Zudem muss eine temporäre Schließung im Einvernehmen mit der Stadt erfolgen, bisher bestand nur eine Mitteilungspflicht.

Vertragsdetails wurden mit den Investoren nicht-öffentlich verhandelt. Mit dem Abriss des Kaufpark-Gebäudes soll noch in diesem Jahr begonnen werden.