1. NRW
  2. Städte
  3. Leichlingen

Leichlingen: Die Campingsaison ist trotz Corona eröffnet

Erste Lockerungen : Camping-Urlaub ist gefragter denn je

Exotische Strände bietet ein Campingplatz zwar nicht, aber er ist in diesem Jahr für viele eine willkommene Alternative zur Fernreise. Einer von ihnen ist der kleine Platz „Vorstblick“ in der Balker Aue in Leichlingen.

„Man muss bei der Suche nach dem nächsten Urlaubsziel nicht immer in die Ferne schauen“, sagt der Tourismus-Experte Dirk Schneider vom ADAC. Die langen Wochenenden mit Fronleichnam und Pfingsten stehen vor der Tür und an eine Fernreise ist noch nicht zu denken. Diesen Frühsommer ist „Heimaturlaub“ bei vielen Deutschen angesagt. Da kommt es sehr gelegen, dass die Corona-Maßnahmen ein wenig gelockert wurden und in NRW die Campingplätze für touristische Reisen wieder geöffnet sind.

Insgesamt gibt es in NRW über 200 Campingplätze. Einer von ihnen ist der kleine Platz „Vorstblick“ in der Balker Aue in Leichlingen. „Die meisten Camper haben bei uns ihren dauerhaften Wohnsitz“, sagt Platzwart Richard Kuntze. Sie durften während der Sperre weiterhin dort wohnen. „Am Anfang war das Ordnungsamt noch ziemlich oft hier, aber jeder hält sich an die Hygieneregeln“, betont der Platzwart.

Zu den Vorschriften zählt zum einem, dass die Camper ihren Besuch ankündigen müssen und es darf sich nur eine Person im Waschhaus aufhalten. „Es ist schön, dass die Maßnahmen ein wenig gelockert sind und nun auch wieder Touristen bei uns Urlaub machen können“, sagt Daniela Jäger, die Zuständige für Kommunikation auf dem „Vorstblick“.

NRW war mit Niedersachsen laut dem Bundesverband der Campingwirtschaft eines der ersten Bundesländer, in denen das Campen wieder erlaubt wurde. Der ADAC geht von einem sehr geringen Risiko aus, sich bei einem Campingurlaub zu infizieren. Die Parzellen auf den Plätzen liegen weit auseinander, sodass die Besucher den Mindestabstand ohne Schwierigkeiten einhalten können. Zusätzlich fällt auch das Gedränge am Buffet weg und es gibt keine Engpässe auf engen Hotelflurs. „Die Urlauber bringen ihr eigenes Gästezimmer quasi mit“, sagt Thomas Müther vom ADAC.

Der Andrang auf Campingplätzen in der Umgebung ist enorm. Auf vielen Websiten steht schon nach wenigen Tagen: „An Pfingsten sind wir ausgebucht“.

„Kann ich mit meinem Führerschein überhaupt ein Wohnmobil mieten?“. Diese Frage wird in den letzten Tagen in den Verleihen häufig gestellt. „Wir haben viele Neukunden, die sich zum ersten Mal ein Wohnmobil leihen“, sagt ein Leverkusener Verleiher. Bei Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen reicht ein normaler Pkw-Führerschein, Klasse B. Wenn das Fahrzeug schwerer ist, muss der Fahrer mindestens eine Fahrerlaubnis der Klasse C1 vorweisen. Zusätzlich muss vor dem Antritt des Urlaubs auf die Beladung geachtet werden, denn in einigen Ländern gilt eine Null-Toleranz-Politik bei Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts. Oft genügt ein Blick in die Fahrzeugpapiere, um sich zu informieren.

Der ADAC empfiehlt das Fahrzeug vor dem Urlaub zu wiegen. Hierzu können Campingfans ihr Mobil an der Station des ADAC in Hürth-Gleuel bei Köln kontrollieren lassen. Vor Ort wird gewogen, die Gasanlage geprüft und die Sicherheit gecheckt, damit beim Entspannen in den rollenden vier Wänden nichts schief gehen kann.