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Leichlingen: Demo gegen NRW-Innenminister Herbert Reul bleibt friedlich.

Stadtpark Leichlingen : Demonstration gegen NRW-Innenminister Reul bleibt friedlich

Etwa 100 meist junge Menschen aus dem politisch linken Spektrum demonstrierten beim "Forum gegen Polizeigewalt & Repression" gegen die Politik von NRW-Innenminister Herbert Reul.

Ole bezeichnet sich selbst als Linksradikalen. Nach eigenem Bekunden hat er in seinem Leben von der Polizei „schon öfter ungerechtfertigt einen abbekommen“, eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen, sah er bislang aber nicht. Gemeinsam mit rund 100 Menschen aus verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens hat er deshalb am Samstag im Leichlinger Stadtpark beim „Forum gegen Polizeigewalt & Repression“ gegen NRW-Innenminister Herbert Reul und „die von ihm zu verantwortende Polizeigewalt und Sicherheitspolitik“ demonstriert. Laut Ole war die Veranstaltung der Auftakt und der erste Versuch verschiedener Gruppierungen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam gegen die NRW-Sicherheitspolitik aufzustehen.

Demonstriert haben unter anderem meist junge Vertreter des AK Antifa Aachen oder des Autonomen Zentrums Wuppertal, die sich friedlich mit coronabedingtem Mindestabstand über „Repression gegen emanzipatorische politische Bewegungen“, „autoritäre Entwicklung“, „politischen Rechtsruck“ und „zu viele Tote, Rassismus und immer wieder Polizei Essen“ austauschten. Gerechnet hatten die Veranstalter ursprünglich mit 250 Teilnehmern. „Aber es ist ein heißer Tag, viele haben vielleicht auch etwas anderes zu tun“, sagte Ole.

Gesichert wurden die Veranstaltung und die Wohnstraße der Familie Reul von mehr als einer Hundertschaft Polizisten sowie der örtlichen Polizei. „Wir haben hier die Aufgabe, das Versammlungsrecht zu gewährleisten und zugleich die Persönlichkeitsrechte des Innenministers, seiner Familie und seiner Nachbarn zu schützen“, sagte Polizeisprecher Thomas Held.

Zu den Vorwürfen der Demonstranten, die sich direkt gegen die richteten, die sie am Samstag schützten, sagte Held: „Es ist eine schwierige Situation. Wir müssen uns sicher damit befassen. Für den Einsatz heute spielen sie aber keine Rolle.“ Inhalte müsse man als Polizist ausblenden und nur die verfassungsmäßigen Grundrechte sichern.

Am Rande der Veranstaltung verschaffte sich auch Bürgermeister Frank Steffes einen Eindruck von der Demonstration. „Die Veranstaltung gehört nicht an den Wohnort des Innenministers. Außerdem bin ich nicht der Meinung, dass die Polizei in unserem Land besonders gewaltbereit ist“, sagte er. Wie wenig wichtig das Thema für die Menschen sei, sehe man an der geringen Resonanz.