Leichlingen: Daria Burlak aus Fröndenberg spielte das zweite Konzert im Orgelsommer.

Orgelsommer : Engagement für Raritäten

Daria Burlak aus Fröndenberg spielte das zweite Konzert im Leichlinger Orgelsommer und beeindruckte auch mit selten gespielten Werken.

Zum ersten Mal hat das Leichlinger Konzertpublikum Bekanntschaft mit Daria Burlak gemacht, als die junge Organistin im vergangenen Jahr ganz kurzfristig einsprang und den schwierigen Begleit-Part bei der Aufführung des Duruflé-Requiems durch den Figuralchor übernahm. Am zweiten Abend des Leichlinger Orgelsommers der Evangelischen Kirchengemeinde war sie nun ausschließlich solistisch zu hören.

Ein Erlebnis, das in die festliche Orgelsonate A-Dur op. 65 Nr. 3 von Felix Mendelssohn Bartholdy mündete. Ein Stück, das nicht nur Orgelmusikliebhabern bekannt ist. Und das von der Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe (z.B. „Grand Prix de Chartres“) technisch versiert und musikalisch überzeugend vorgetragen wurde.

Auf den großen Klang zu Beginn des „maestoso“-Satzes ließ sie einen transparent gespielten Fugenteil folgen. Ruhig und sehr feierlich stimmte das folgende „Andante tranquillo“. Ein passendes Geburtstagsständchen für das Schuke-Instrument, das vor 40 Jahren eingeweiht wurde.

Den größten Teil ihres Programms allerdings bestimmten zwar berühmte Komponisten, die selbst auch recht gut Orgel spielten und den Altmeister Bach verehrten, die aber selbst so gut wie nichts für die Königin der Instrumente geschrieben haben. Sowohl Wolfgang Amadeus Mozart als auch Robert Schumann bedienten dagegen instrumentale Erfindungen, die in ihrer Zeit neu und populär waren, heute nur noch als Kuriosität gelten. Wenn Organisten Mozart ins Programm nehmen, dann sind es gewöhnlich die zarten kleinen Stückchen, die der Meister eigentlich nicht für ein Kircheninstrument, sondern für mechanische Orgel-Automaten gedacht hatte.

Die große f-Moll-Fantasie KV 608, mit der Daria Burlak ihr Leichlinger Gastspiel eröffnete, soll als Hintergrund für eine Trauerschau im Wiener Wachsfigurenkabinett des Grafen Deym geschrieben sein. So wie auch das zarte Andante F-Dur „für eine Walze in eine kleine Orgel“, mit dem die Organistin den feinen, kleinen Flötenregistern des Instruments einen großen Auftritt verschaffte. Oder das ruhige f-moll-Adagio und das für Glasharmonika bestimmte in C-Dur, beide eher meditativ zurückgenommen, vor der eher selten gespielten großen c-Moll-Fuge, mit der sich Mozart als Meister der alten und strengen Stilform erwies.

So wie Robert Schumann, der mit seinen „Sechs Studien für den Pedalflügel“ Mitte des 19. Jahrhunderts dem Altmeister Bach mit einer Fugen-Serie über dessen Namen die Ehre erwies. Ein Klavier mit angeschlossenem Pedal, das Schumann zum Üben nutzte, ist heute nur noch im Museum zu bewundern. Die Musik aber hat überlebt, dank engagierter Organisten wie Daria Burlak.

Das dritte Konzert im Leichlinger Orgelsommer 2019 spielt Johannes Schröder aus Wirges am Freitag, 26. Juli, um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche Leichlingen, Marktstraße. Er hat ein Program zusammengestellt, das die romantischen Farben der Orgel nutzt und das gesamte Spektrum der symphonischen Orgelmusik erlebbar macht. Eintritt frei, Spenden erbeten.

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