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Leichlingen Corona Fußballer verein(t) in der Unsicherheit

Corona-Krise : Fußballer verein(t) in der Unsicherheit

Die Stadt Leichlingen öffnet die Sportplätze, die Vereine müssen dem Stadtsportverband Konzepte zum Schutz der Sportler vorlegen. Vertreter von VfL Witzhelden und SC Leichlingen sind sich einig: Die Lage ist schwierig. Herr über die Sportplätze ist die Stadt.

An diesem Wochenende sollen die Profis der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga auf den Platz zurückkehren und die Saison vor leeren Rängen zu Ende spielen. Zweifel an dem Vorhaben gibt es angesichts positiv auf Covid-19 getesteter Spieler und einer ganzen Mannschaft in Quarantäne schon jetzt. Anfang der Woche haben auch die Stadtverwaltung und der Stadtsportverband (SSV) zusammengesessen und diskutiert, wie es mit dem Sport in der Blütenstadt weitergehen soll.

Vertreter der beiden Fußballvereine VfL Witzhelden und SC Leichlingen sind sich einig: Die Lage ist schwierig. Herr über die Sportplätze ist die Stadt. Die hat laut Bürgermeister Frank Steffes am Montag mit dem SSV vereinbart, dass die Vereine dem Dachverband ein Konzept vorlegen müssen, wie sie gemäß Corona-Schutzverordnung künftig Sport treiben wollen. „Wenn das in Ordnung ist, können sie das Training wieder aufnehmen“, informierte Steffes.

Wilfried Busch, Vorsitzender des VfL Witzhelden, aber sagt: „Ich bin nicht unglücklich, wenn die Fußballplätze bis 30. Mai geschlossen bleiben.“ Zwar sei der VfL vorbereitet, und er wisse, dass gerade für die Kinder und Jugendlichen die Bewegung nach der langen Ruhezeit enorm wichtig sei. Aber die Bedingungen, unter denen Fußballtraining derzeit stattfinden könnte, seien sehr schwierig. „Die Trainer haben eine umfassende Dokumentationspflicht über die Teilnehmer, die Übungen und die Einhaltung der Abstandsregeln. Die Sportgeräte müssen nach jedem Training desinfiziert werden“, berichtet Busch.

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Um die Abstände zwischen den Spielern einzuhalten, müssten Kleingruppen gebildet werden. Gerade für die Kinder gebe es aber gar nicht so viele Übungsleiter für eine Mannschaft, dass alle gleichzeitig getrennt betreut werden könnten. „Dazu kommt, dass die Trainer ihre Gruppen genau überblicken müssen. Sind im Kinder- und Jugendbereich nur ein oder zwei dabei, die gerne mal über die Stränge schlagen, ist es vorbei“, sagt der VfL-Vorsitzende. „Natürlich schlagen zwei Herzen in meiner Brust – für den Sport und für die Gesundheit. Aber das Angebot ist gefährlich und die Kontaktsperre immer noch extrem wichtig“, betont Busch.

Mit allen VfL-Trainern und auch im Austausch mit den Spielern und Eltern wird er in den kommenden Tagen überlegen, wie der Fußball im Höhendorf weitergehen wird. Der erste Vorsitzende des SC Leichlingen, David Blaskowitz, bewertet die Situation ähnlich: „Es wird schwierig für die Amateurvereine, alle Auflagen ohne Hilfe von außen zu erfüllen“, sagt er. Allein die Vorstellung, dass 300 bis 500 Bälle ständig desinfiziert werden müssen, hält er nicht nur für eine finanzielle, sondern auch für eine logistische Herausforderung. Da die Sportanlage in der Balker Aue öffentlich zugänglich sei, könnte auch die Begrenzung der Personenzahl zum Problem werden. Zudem trainieren dort nicht nur die Fußballer, sondern zum Beispiel auch Leichtathleten. „Wir müssen uns eng mit den anderen Vereinen austauschen, um gemeinsam zu sehen, welche Trainingsmöglichkeiten es für alle gibt. Außerdem stehen wir in engem Kontakt mit dem Fußballverband und -kreis. Unser Ziel ist es, unter der Prämisse der Gesundheit das Training schnellstmöglich wieder aufzunehmen“, erläutert Blaskowitz.

Der Fußball sei ein wichtiger Bestandteil des Lebens, es kribbele überall. „Wir wollen zurück auf den Platz. Aber wie vor Corona wird es nicht werden.“