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Leichlingen Chip-System ersetzt Anwesenheitslisten bei Sportkursen

Turnverein Witzhelden : Chipsystem erspart Sportverein viel Bürokratie

In einem Pilotprojekt testet der Turnverein Witzhelden ein Chipsystem einer Witzheldener Computerfirma, das umständliche Anwesenheitslisten in Sportkursen überflüssig macht. Es wird zurzeit an zwei Sportstätten eingesetzt. Die Rückmeldungen seien bislang positiv, teilt der Verein mit.

Das Verfahren ist einfach: Plastikmarke bei der Ankunft an ein viereckiges Gerät halten, dasselbe beim Verlassen der Turnhalle, und schon ist die Anwesenheit dokumentiert. Selbst für Kinder ist dies ein Klacks, wie Lisa John vorführt. Die Vierjährige ist im Kinderturnen und Handball beim Turnverein Witzhelden (TVW) 1884 aktiv.

Seit Mai können dessen Mitglieder wieder in begrenztem Umfang Sport treiben. Seit Juni testet der Verein in einem Pilotprojekt, wie sich das Führen aufwändiger Anwesenheitslisten in den Sportkursen, wegen Corona vorgeschrieben, durch andere Techniken ersetzen lässt.

„Das Dokumentieren, Ausdrucken, Transportieren und Archivieren von Teilnahmelisten jedes einzelnen unserer über 30 wöchentlichen Sportangebote sind enorm zeitaufwendig“, sagt TVW-Geschäftsführer Günter Prenzel. „Zudem sind Kugelschreiber und Papier kontaktintensiv, auch die Desinfektion nimmt viel Zeit in Anspruch.“

Umso interessierter waren die Verantwortlichen, als ein Witzheldener Unternehmen ihnen ein kontaktloses Chipsystem vorstellte, das die Teilnehmer der wöchentlichen Angebote automatisiert erfasst. „Das Verfahren ist datenschutzrechtlich unbedenklich“, erklärt Jürgen Herling, Geschäftsführer der HDS Computer GmbH & Co. KG. Jeder Chip habe eine Nummer und erfasse die Trainingszeiten und Anwesenheiten über ein Lesegerät. „Diese Nummer ist einem Vereinsmitglied zugeordnet, die personenbezogenen Daten befinden sich aber nicht auf dem Chip selbst, sondern in einer von uns programmierten Datenbank, auf die im Bedarfsfall nur der Verein zugreifen kann.“

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Das Konzept kam auch beim Leichlinger Stadtsportverband gut an. In der Schulsporthalle Flamerscheid und in der Sporthalle „Am Sportplatz in Witzhelden“ sind daher seit Anfang Juni Lesegeräte installiert, erste Chips wurden an Übungsleiter und Sporttreibende von drei TVW-Abteilungen ausgegeben. Die Sportler seien begeistert. „Fast jeder will so einen Chip haben. Sie ersparen den Übungsleitern den Papierkram mit den Adresslisten“, berichtet Astrid Knoblauch, die erste Vorsitzende des TVW.

Überdies lasse sich über die kleinen Plastikmarken schnell und sicher nachvollziehen, zu welchem Zeitpunkt sich eine bestimmte Person an einer Sportstätte aufgehalten hat, und zu welchen weiteren Personen Kontakt bestand. Wie gesetzlich vorgeschrieben, würden alle Daten vier Wochen gespeichert und anschließend gelöscht.

Die Kosten seien überschaubar. Laut Herling muss ein Verein - je nach Größe - mit etwa 2000 Euro Anschaffungskosten für ein Lesegerät, Transponderchips und Onlinedatenbank kalkulieren.

Da das Feedback bisher ausschließlich positiv sei, sei das Chip-System auch über die Stadtgrenzen hinaus attraktiv, sagt TVW-Geschäftsführer Prenzel.