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Leichlingen CDU: obere Kirchstraße droht abzurutschen

Bauarbeiten : CDU: Kirchstraße droht abzurutschen

Die Leichlinger Christdemokraten sorgen sich um die Sicherheit der Straße und des Hanges durch die Rodungsarbeiten. Dort sollen zwei neue Häuser gebaut werden. Der Bauherr reagiert allerdings nicht auf Anfragen.

Das Bauvorhaben in der Serpentine an der oberen Kirchstraße geht in eine neue Runde. Seit einigen Wochen lässt die Bochumer Bollmann Gruppe als Investor auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Hanggrundstück roden, der Baubeginn steht angeblich kurz bevor. Geplant sind dort laut Internetseite des Investors zwei Stadtvillen mit 13 Eigentumswohnungen zwischen 90 und 150 Quadratmetern. Doch unter einem guten Stern scheint das Projekt, das mittlerweile seit über zehn Jahren von wechselnden Akteuren begleitet wird, auch jetzt nicht zu stehen.

Durch die Arbeiten am Hang sorgt sich die Leichlinger CDU aktuell um die Sicherheit der viel befahrenen Straße. Denn seit Anfang 2020 werde der Steilhang in der scharfen S-Kurve komplett gerodet. „An der Straße fehlt ein Stück vom Hang. Durch das Freiräumen des Grundstücks hat die Straße weiter an Halt verloren“, schreiben die Christdemokraten in einer Anfrage an die Stadtverwaltung. „Seit Sommer 2018 wurde die obere Kirchstraße nach der scharfen Kurve mit Warnbaken markiert, da sie bereits zu diesem Zeitpunkt in keinem guten Zustand war.“

Bus- und Lastwagen-Fahrer führen nun weiter links, um den rechten Teil der Fahrbahn nicht zu stark zu belasten, und aus Sorge, dort könne ein Teil der Asphaltdecke abbrechen. „Durch diese Fahrweise können zudem für den entgegenkommenden Verkehr kritische Situationen entstehen“, befürchten die Politiker.

Bürger sorgten sich zudem, dass spätestens nach einem kräftigen Regenschauer der Hang weggespült werde und die Straße großflächig abrutsche.

Was unternimmt der Flächeneigentümer, um Hang und Straße zeitnah zu sichern? Antworten darauf gibt es von der Bollmann-Gruppe selbst auf mehrfache Anfragen unserer Redaktion nicht. Auch nicht darauf, was sich geändert hat, dass die Bauarbeiten gerade jetzt losgehen sollen.

Bereits 2016 hatte das Unternehmen ein großes Schild aufgestellt, auf dem der Bau der Stadtvillen angekündigt wurde. Auch ein Verkaufscontainer sollte installiert und damit die Vermarktung angekurbelt werden. Dazu kam es nie. Das Bauschild verschwand wieder, obwohl die Vermarktung der Wohnungen an der von Motorradfahrern speziell am Wochenende gern befahrenen Kirchstraße laut Unternehmen damals „sehr gut“ lief.

Nun also der neue Anlauf, der allerdings direkt mit einer Panne begann: Bei Baumfällarbeiten landete Anfang April eine riesige Buche auf der Kirchstraße, zerstörte dabei nicht nur einen Lichtmast, sondern auch Gartenzaun und Hecke eines Wohnhauses auf der anderen Straßenseite.

Bereits vor dem Bollmann-Engagement sollte auf dem Baugrundstück aus potenziellen Wohnungskäufern eine Bauherrengemeinschaft gebildet werden, in deren Auftrag die Häuser hätten errichtet werden sollen. Daraus wurde nichts. Das Grundstück wurde an die Bollmann-Gruppe weiterverkauft.