Leichlingen: Café Strieker und Vita Moderna in den selben Räumen

Café Strieker und Vita Moderna in Leichlingen : Tagsüber Torte, abends Antipasti

In den Räumen des Café Strieker hat René Rezai sein Restaurant "Vita Moderna" eröffnet. Mit Café-Besitzerin Petra Strieker teilt er sich die Räume in der Innenstadt. "So ein Objekt-Sharing ist in Deutschland einmalig", sagt Strieker.

Der Weg von der Schwarzwälder Kirschtorte zum Vitello tonnato ist in Leichlingen seit vergangenem Wochenende extrem kurz: In den Räumen des Café Strieker an der Neukirchener Straße hat René Rezai sein Restaurant "Vita Moderna" aufgemacht. Wo tagsüber Kuchen und Torten in der Theke stehen, wird abends Platz für Antipasti von Gemüse über Schinken und Käse bis hin zu Fisch geschaffen - alles selbst und frisch gemacht, genau wie die Torten zuvor.

Café-Besitzerin Petra Strieker und Restaurantchef René Rezai teilen sich dafür das zentral gelegene Gebäude in der Leichlinger Innenstadt. "So ein Objekt-Sharing wie bei uns ist in Deutschland einmalig", sagt Strieker, die sich im Internet umgeschaut hat. Ihr Ziel - ein gemeinsamer Treffpunkt für Jung und Alt.

Der Bistrobereich im Eingangsbereich wird abends zur Weinbar. Dort können sich die Menschen nach der Arbeit auf ein Getränk treffen, auch eine Kleinigkeit essen. "Das gibt's bisher in Leichlingen nicht", sagt Petra Strieker. In den angrenzenden Café- und Restaurantbereich mit 60 Plätzen haben sie investiert, um nicht nur optisch, sondern auch akustisch ein angenehmes Ambiente zu schaffen - mit einer Holzwand, neuem Fußbodenbelag und einer Tapete, die Geräusche schluckt. Außerdem hat ein Leichlinger Gartenbaubetrieb die Terrasse hergerichtet.

Wie das Nebeneinander von Café und Restaurant funktionieren soll, haben die Beiden genau geplant. Das Café öffnet wie gewohnt bereits morgens um 9 Uhr. Ab 17 Uhr machen dessen Mitarbeiter sauber, um 17.30 Uhr wird die Kuchentheke leergeräumt, damit die Antipasti dort Platz finden. Ab 18 Uhr übernimmt das Vita Moderna-Team. "Wir schmeißen aber natürlich niemanden raus, der noch nicht gehen will", gibt Rezai Entwarnung für Café-Besucher. Wer wolle, könne bis spät in die Nacht im Restaurant bleiben.

Auf dessen Karte stehen wie bisher schon an der Sandstraße Gerichte der italienisch-mediterranen Küche, hergestellt vor allem mit regionalen Produkten. Frühmorgens schließlich kommt der Reinigungsdienst des Cafés, dann sollte auch der letzte Gast den Weg nach Hause angetreten haben.

Rein rechtlich sind Vita Moderna und Café Strieker zwei getrennte Betriebe mit zwei Kassen. Durch die räumliche Fusion aber teilen sie sich die Kosten für Miete und Gerätewartung, nutzen einen gemeinsamen Herd. Nur die Kühlungen sind strikt getrennt. Angeschafft wurden unter anderem ein Pizzaofen, ein Grill und ein Pastakocher. "Mit der Kooperation sichern wir nicht nur unsere Existenzen, sondern auch Arbeitsplätze", sagt Rezai über das Konzept.

Sicher sind sie sich, dass ihre Zusammenarbeit langfristig angelegt ist. "Das waren Investitionen auf zehn Jahre", sagt René Rezai. Auch Petra Strieker ist überzeugt, dass die Kooperation klappen wird: "Wir haben beide dasselbe Qualitätsdenken, bieten gehobene Küche und auch zwischenmenschlich passen wir gut zusammen."

(RP)
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