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Leichlingen Burscheid Neuer Baum macht Gastronomen Mut

Corona-Krise : Neuer Baum macht Gastronomen Mut

Auf Gut Landscheid wächst jetzt ein „Taschentuchbaum“. Und die Erweiterung des Golfplatzes steht an. Die weißen Blüten der Baumart sehen tatsächlich so aus, als hätte jemand flatternde Papiertaschentücher im Geäst befestigt.

„Wir wollten unseren Mitarbeitern ein Zeichen der Hoffnung geben“, so erklärt Ali Sevinmez die Pflanzung eines „Auf Wiedersehen“-Baumes auf dem riesigen Grundstück von Gut Landscheid. Von Mitte März an standen Hotel- und Gastronomiebetrieb still, die Belegschaft ging in Kurzarbeit. „Wir haben aus Vorsicht sogar noch etwas früher geschlossen als verordnet“, erzählt der Geschäftsführer des Unternehmens, zu dem auch die Klinik Wersbach in Witzhelden gehört. Zusammen mit Kurt Lammert, dem Chef beider Häuser, habe er nach einer geeigneten Aktion gesucht, die auf Dauer angelegt ist.

Der übliche Abschiedsgruß „Auf Wiedersehen“ habe in dieser Zeit eine weitaus tiefere Bedeutung bekommen, so Sevinmez. Deswegen fand er es so passend, dass der Taschentuch- oder Traumbaum (Davidia involucrata) im asiatischen Raum genauso genannt werde.

Ein solches Exemplar, dessen weiße Blüten tatsächlich aussehen als hätte jemand flatternde Tempotaschentücher im Geäst befestigt, hat die Belegschaft zusammen mit dem Burscheider Bürgermeister Stefan Caplan auf einen noch brachliegenden Acker hinter der Scheune im Landscheider Tal gepflanzt. Als Zeichen der Hoffnung, dass sich Hotel und Restaurant von der Corona-Krise erholen werden, als aktiver Beitrag zum Klimaschutz und zur Freude aller Wanderer.

Es soll nicht bei diesem einen Baum bleiben. Durch Borkenkäfer-Schäden mussten auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gelände viele schadhafte Fichten gefällt werden. Diese Flächen wolle man nach und nach wieder aufforsten, und zwar mit passenden heimischen Gehölzen. Aber das soll nicht in einer zentralen Großaktion erfolgen, sondern in Patenschaft von Einzelpersonen oder Firmen geschehen. Und weil doch Baumpflanzungen als symbolischer Akt bei der Geburt eines Kindes oder beim Hauskauf üblich sind, passe ein solches Angebot auch perfekt zum Unternehmen. „Bei uns werden sehr viele Hochzeiten gefeiert“, erklärt Ali Sevinmez. Die sind zwar auf unbestimmte Zeit ebenso abgesagt wie Tagungen und Banketts zu anderen Anlässen, aber wenn der Betrieb irgendwann wieder richtig anrollt, dann gibt es zum feinen Menue ein neues Angebot. Einzelne ebenso wie Familien oder Gruppen können, nach Absprache mit dem Naturbeauftragten von Gut Landscheid, Martin Jäger, ihren persönlichen Baum selbst pflanzen.

Beraten werden sie von einer beauftragten Landschaftsgärtnerei der Region. Platz sei genügend vorhanden, versichert Sevinmez, der reiche bis zum Drauberg. Die neuen Bäume sollen nicht zu dicht gesetzt werden, auch um genügend Platz zu bieten, wenn die Besitzer ihren Baum besuchen kommen und ihm beim Wachsen zusehen.

Parallel zu der Baumaktion hat Gut Landscheid auch die lange geplante und inzwischen genehmigte Erweiterung des Golfplatzes in Angriff genommen. So habe man die Zwangspause durch Corona gut genutzt und signalisiere dem Personal in Kurzarbeit sowie Kunden: Nach der Krise geht es weiter, sogar vergrößert. Auf den Tag der Wiedereröffnung hat sich das Restaurant vorbereitet. Mit konfuzuanischer Gelassenheit, die auch der „Auf-Wiedersehen-Baum“ einfordert, denn bis zur ersten Blütenprcht vergehen mindestens zehn Jahre.