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Leichlingen Betroffener: Coronatest lieferte falsches Ergebnis

Leichlinger Erfahrungsbericht : Betroffener: Coronatest lieferte falsches Ergebnis

Der Ratsherr Wolfgang Müller-Breuer war mit dem Coronavirus infiziert und warnt nun vor zu schnellen Lockerungen der Schutzmaßnahmen. Offiziell hatte er seine Frau nicht angesteckt. Allerdings wurden auch bei ihr mittlerweile Anti-Körper gegen das Virus im Blut nachgewiesen. Das legt den Schluss nahe, dass sie falsch getestet wurde.

Am Mittwoch waren es exakt 469 Menschen, die im Rheinisch-Bergischen Kreis an Covid-19 erkrankt waren, 436 davon bereits genesen, allerdings auch 21 gestorben. Einer der ersten, der sich mit dem Virus im Kreis infiziert hatte, war der Leichlinger Ratsherr Wolfgang Müller-Breuer. Er warnt angesichts der aktuellen Bestrebungen, die Corona-Schutzmaßnahmen zu schnell abzubauen. Seine Geschichte zeigt, dass die Zahl der tatsächlich mit dem Coronavirus infizierten Menschen viel höher sein könnte, als es die Statistik vermuten lässt.

 Im Karneval saß Wolfgang Müller-Breuer mit seiner Frau Eva Breuer und Freunden in Köln im Café. Wenige Tage dann die Schocknachricht für das Ehepaar: Eine Freundin aus Berlin, die in der Domstadt dabei war, informierte sie, dass sie positiv auf das Virus getestet sei. Sein erster Gedanke: „Das klingt nicht gut.“

Freitags informierte das Paar das Gesundheitsamt, am nächsten Tag berieten sie sich mit einer Ärztin. Noch einen Tag später, einem Sonntag, waren sie in Bergisch Gladbach zum Test, Montag erhielt er sein Ergebnis: Wolfgang Müller-Breuer hatte sich infiziert.

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Tatsächlich hatte er sich bereits seit ein paar Tagen erkältet gefühlt mit leichtem Husten und erhöhter Temperatur. Nun also die Bestätigung. „Ich musste alle Kontakte benennen, die ich in den letzten Tagen länger als 15 Minuten gesehen hatte“, erzählt Müller-Breuer.

Dazu zählten nicht nur die Mitglieder seiner Grünen-Fraktion, sondern auch Kollegen und Klienten. Ergebnis: Alle mussten zwei Wochen in Quarantäne. Seine Ehefrau bekam ihr Ergebnis zwei Tage später. Sie aber war negativ auf das Virus getestet, obwohl auch sie Symptome wie ihr Mann zeigte.

Erst nach insgesamt fünf Wochen bestätigten Wiederholungstests, dass die Eheleute mittlerweile beide negativ waren. Soweit, so klar; dann aber entwickelte sich die Geschichte merkwürdig.

„Ich bin in die Uniklinik Köln gefahren und habe testen lassen, ob ich Blutplasma spenden kann. Dazu wurde mein Blut untersucht und festgestellt, dass ich tatsächlich Antikörper gegen das Virus entwickelt hatte“, berichtet Wolfgang Müller-Breuer.

Bei ihrem Arzt ließ sich auch Eva Breuer untersuchen. Dabei zeigte sich: Auch sie hatte Antikörper gebildet, obwohl die Tests bei ihr die ganze Zeit über negativ gewesen waren. Sie muss also mit dem Virus infiziert gewesen sein.

„Ich glaube deshalb, dass die Abstriche keine 100-prozentig sichere Aussage liefern, ob sich jemand mit Covid-19 angesteckt hat oder nicht“, sagt Wolfgang Müller-Breuer. Je nachdem, wie die Tests durchgeführt würden, könnten die Ergebnisse offenbar unterschiedlich ausfallen.

Er rät deshalb: Die Menschen sollten weiterhin vorsichtig sein und die Hygienekonzepte einhalten, weil sie sich möglicherweise bei viel mehr Leuten anstecken könnten, als die statistischen Zahlen vermuten lassen. „Es ist natürlich ein Abwägen: Angebote in Kitas und Schulen sind wichtig, aber Partys sollten wir noch nicht wieder feiern“, plädiert Müller-Breuer.