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Leichlingen: Ärger um Zusatz "Lichterfest" zum Martins-Tag.

Zusatz zum Martinsfest : Welch ein Irrsinn - es werde Licht

Die Leichlinger sollten den Namenszusatz begrüßen. So fühlen sich auch Zugezogene willkommen, das Martinsfest zu bestaunen und daran teilzunehmen.

Einer Stadt vorzuwerfen, sie wende sich mit der Namensergänzung „Fest der Lichter“ von christlichen Werten ab, für die auch ein Martinszug steht, klingt nicht nur falsch – es ist es auch. Denn (helles) Licht symbolisiert nicht nur im Alten und Neuen Testament, sondern universell religiös die höchste Göttlichkeit und Heiligkeit („lux aeterna“). In der Osternacht taucht etwa das „Lumen Christi“ auf, das Licht Christi. Abgesehen davon leitet sich der Name des Festes über „eostere“ vom griechischen „aurora“ ab, also „Morgenröte“. Zudem weist die allseits anerkannte religiöse Formulierung „Ex oriente lux“ (Aus dem Osten kommt das Licht) alle Gläubigen auf die Erscheinung Christi auf Erden und sein Heilsversprechen auf das Ewige Leben hin.

In der Bibel taucht der Begriff immer wieder auf. Im Alten Testament, im Deuteronomium, begegnet Gott Moses in einem brennenden Dornbusch. Als Feuersäule – und damit als Licht – leitet er die Israeliten durch die Wüste in das versprochene Land. Davon abgesehen waren Feuer und Licht schon in der Antike altbekannte heidnische Symbole, so wie sie aus dem Mithraskult geläufig sind. Die Gestalt des Mithras wird gleichrangig mit dem Sonnengott Sol gesetzt; er heißt auch „Sol invictus“.

Und auch ganz praktisch beschäftigt uns das christliche Licht: Wir zünden das Martinsfeuer und Kerzen am Weihnachtsbaum oder bei Taufen an oder gedenken mit dem Ewigen Licht unserer Verstorbenen. Zu behaupten, Licht beraube einer Tradition wie zum Beispiel St.-Martin-Umzügen ihres christlichen Ursprungs, macht demzufolge keinen Sinn.

Ein Grund mehr für Leichlinger, den Namenszusatz zu begrüßen. So fühlen sich auch Zugezogene willkommen, den Martinszug zu bestaunen oder sich mit allen Leichlingern daran zu beteiligen. Und ja, vielleicht ändern auch die Stänkerer hinsichtlich der Namensbeifügung ihre Meinung, ihnen bleiben ja zwölf Monate Zeit. Nichts für ungut, aber: Vielleicht geht ihnen ja ein Licht auf.