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Leichlingen: Abspannen beim Erdbeerpflücken

Selbst ernten in Leichlingen : Abspannen beim Erdbeerpflücken

Nicht nur frisch sind Früchte direkt vom Feld. Die Arbeit in der Natur wirkt sich auch positiv auf die Seele aus, stellen Selbstpflücker fest.

Mit rot verschmiertem Mund und T-Shirt kommt die eineinhalbjährige Maria aus dem Erdbeerfeld zurück. Die älteren Schwestern Julia (10) und Anna (12) berichten, dass sie im Vorjahr nach dem Pflücken sogar unter Bauchschmerzen litten, weil sie so viele Erdbeeren gegessen hatten. Seit sieben Jahren kommt die Familie regelmäßig zum Pflücken nach Gut Nesselrath. Sie ist nicht die einzige. Zahlreiche Kunden insbesondere aus Leichlingen, Leverkusen und Solingen nutzen in der Saison die Gelegenheit, sich die Beeren selbst auszusuchen.

Erdbeeren selbst zu pflücken sei das Beste, das man machen könne, sagt denn auch Christian Conrads, Juniorchef des traditionellen Familienbetriebes, überzeugt. Frischer als direkt vom Feld gehe es nicht. Erdbeeren im Handel seien mindestens zwei Tage alt.

Der Start in die Erdbeersaison verspätete sich diesmal. „Im Gegensatz zu den letzten fünf warmen Frühjahren war der letzte April kühl und nass“, sagt der 34-Jährige. Grundsätzlich sei ein früher Start besser. Denn dann würden nicht – wie bei der aktuellen Hitze – alle Sorten gleichzeitig reif, sondern schön hintereinander.

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In dieser Woche wurde Lambada gepflückt – eine uralte Sorte, die sich durch ihr besonderes Aroma und ihre kräftige, rote Farbe auszeichnet. Die anschließend folgende Erdbeere mit der Bezeichnung Elsanta ist fruchtig und gut haltbar, während Sonata aromatisch und leicht säurig schmeckt. „Wir haben Arten, die es nur hier gibt. Der Ertrag bei Lambada ist zwar gering. Aber daran halten wir fest und bauen diese Sorte weiter an.“

Insgesamt elf verschiedene Sorten Erdbeeren bietet die Familie Conrads auf rund 40.000 Quadratmetern Anbaufläche an, außerdem Spargel, Kartoffeln und weitere landwirtschaftliche Produkte. Den intensiven Geschmack sämtlicher Erzeugnisse führt die Familie auf den reichhaltigen Auenboden in Nähe der Wipperaue zurück. Auenböden seien grundsätzlich mit Nährstoffen angereichert und daher sehr fruchtbar.

Die Qualität der Erdbeeren werde regelmäßig geprüft. „Die Sonne hat allerdings den größten Einfluss auf den Geschmack“, erläuterte Conrads. Bewässert werden die Früchte „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“ über einen Schlauch an der Wurzel, dem sogenannten Unterflursystem. Im Gegensatz zu einer Berieselung über die Krone ließen sich mindestens 30 Prozent Wasser sparen, ergänzt der junge Agrarwirt.

Die Selbstpflücker auf dem Feld sind mit Eifer bei der Sache. Sabine Buchmüller ist Lehrerin in Solingen. Nach dem Unterricht hat sie einen Stopp in Nesselrath eingelegt. „Beim Erdbeerpflücken kann ich gut entspannen“, sagt sie. Aus den Früchten will sie später Marmelade machen.

Für Christian Conrads sind Erdbeeren „pures Glück“. Immerhin seien die süßen roten Früchte das erste einheimische Obst, das es in Deutschland zu kaufen gebe.