Landessportfest der LVR-Schulen in Leichlingen

LVR-Schulen : Acht Mannschaften messen sich bei Landessportfest

In Leichlingen spielten acht Hockeyteams von LVR-Schulen um den Titel. Viele Ehemalige feuerten die Sportler an.

Wann immer es ihm nur möglich ist, verzichtet Leonard Steffen auf seinen Rollstuhl. Lange Strecken aber, sagt der 18-Jährige, könne er ohne nicht bewältigen. Steffen leidet an einer Tetraspastik, die beide Extremitäten seines Körpers teilweise unbrauchbar macht. Sein Handicap hält ihn aber nicht davon ab, einer der wohl engagiertesten Schüler der Paul-Klee-Schule zu sein.

Ob nun in der Leichtathletik, beim Basketball oder in der Schülerband – für alles findet Steffen Zeit und viel Freude. Am Donnerstag stand das Hockey ganz oben auf seiner Liste. Schließlich fand in der Blütenstadt zum 18. Mal das Landessportfest der LVR-Schulen statt. Organisiert wurde das Spektakel, wie in den Jahren zuvor,  von den Lehrern der Paul-Klee-Schule. Acht Schulen, 80 Schüler und weitere Helfer, Freunde und Betreuer fanden den Weg in die Halle Am Hammer.

Es ist also  rund 18 Jahre her, da der Wettbewerb ins Leben gerufen wurde. Dafür verantwortlich ist vor allem eine Frau: Elvira Demberg. Für die langjährige Sportlehrerin ist es ihr letztes Sportfest. Mit 63 Jahren ist bald Schluss. Der Schule für Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen fehlt damit zukünftig eine wichtige Säule.

„Sie wird nur schwer, eher überhaupt nicht zu ersetzen sein“, betonte Kollege Volker Heber. Ihr Engagement habe sie bei den Schülern und im Kollegium unverzichtbar gemacht. „Bei unseren Schülern gibt es Herausforderungen auch neben der Schule“, erläuterte der 58-Jährige. Elvira Demberg habe sich immer Zeit genommen.

Dass sie vor versammelter Mannschaft in der Halle kurz geehrt wurde, war ihr fast ein wenig unangenehm. Fragt man sie selbst nach dem Grund für ihrer Beliebtheit, gerät sie schnell ins Stocken. „Ich glaube, das liegt auch am Sport“, sagte sie, „da kommt man sich näher, ich habe keine Berührungsängste.“

Oft meldeten sich auch nach ihren Schulabgängen Ehemalige bei ihr – und berichteten, wie es ihnen geht. Viele der ehemaligen Schüler halfen beim Aufbau in der Halle. Kabel musste verlegt, Banden aufgebaut werden. Um 8 Uhr standen sie auf der Matte. Und halfen damit bei einer abermals gelungenen Umsetzung des Turniers, das es allerdings nicht auf Bundesebene geben wird. Immerhin: Regelmäßig kommen Schulen aus Sankt Augustin, Aachen, Köln, Bonn und Rösrath nach Leichlingen, nehmen teilweise stundenlange Anfahrten in Kauf. Dass das so ist, schieben Heber und Demberg auf ihre Umsetzung. „Es ist professionell – mit Musik, Hallensprecher und Cheerleadern“, bekräftigte Demberg.

Die Leichlinger waren an diesem Tag nicht sonderlich gut in Form. Sie belegten den siebten von acht Rängen. Angesichts der wegen des Wasserschadens fehlenden Trainigsmöglichkeiten trotzdem ein Erfolg.

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