Kunstauktion soll Leichlinger Quartierstreff unterstützen

Finanzielle Unterstützung : Kunstauktion für den Quartierstreff

Leichlinger Künstler haben 29 Werke gespendet, die am 18. Januar versteigert werden. Der Erlös soll den Erhalt des Treffs sichern.

Egal, ob Reparaturcafé, Handy-Docs, Kinosonntag, Spieleabend oder Nähkreis – die Angebote des Leichlinger Quartierstreffs erfreuen sich großer Beliebtheit. Bis zu 400 Leichlinger finden jeden Monat den Weg in das Ladenlokal an der Gartenstraße 4 und knüpfen dort Kontakte zu Gleichgesinnten, lernen Neues oder informieren sich über verschiedene Themen. Damit dies auch in Zukunft so bleiben kann, wird es am Samstag, 18. Januar, eine Kunstauktion geben.

Denn Ende 2019 wurde bekannt, dass die Finanzierung des Nachbarschaftsangebotes gefährdet ist. Die Einrichtung ist an das Altenzentrum Hasensprungmühle angegliedert und wird bislang finanziert aus Mitteln des Altenzentrums und der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW. Die Förderung aus der Stiftung Wohlfahrtspflege war als Anlauffinanzierung gedacht und läuft im Mai 2020 aus. Ob eine andere Stiftung die Finanzierung ab Juni übernimmt, ist noch unbekannt. Der Rat hatte deshalb einen Rettungsschirm für die Einrichtung beschlossen, allerdings vorerst nur für das Jahr 2020. Wie es danach weitergeht, ist noch ungewiss.

Diese Situation nahmen Ines Schreiber und Beatrix Gölzenleuchter zum Anlass, selbst aktiv zu werden. Die beiden sind rege Besucherinnen des Quartierstreffs und wollen, dass das Angebot unbedingt erhalten bleibt. „Der Treff bietet vielen Menschen die Gelegenheit, andere Menschen kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und gibt Leichlingen so ein Gesicht“, betont Beatrix Gölzenleuchter. Gemeinsam mit Ines Schreiber nahm sie Kontakt zu den beiden Mitarbeiterinnen des Quartierstreffs, Hilde Cordes und Sabine Rauh, und organisierten die Auktion.

Beatrix Gölzenleuchter wird am Samstag den Auktionshammer – er ist aus Gummi und stammt aus dem Reparaturcafé – schwingen, Ines Schreiber stellte den Kontakt zu zahlreichen Leichlinger Künstlern her, die einige ihrer Werke spendeten. „Dabei dürfte für alle etwas dabei sein, sowohl preislich, als auch geschmacklich“, verspricht Schreiber. Darunter sind Werke von Angelika Steinert, Ulla Schelling, Roland Pfennigstorf, Heiderose Birkenstock-Kotalla und Irmgard Kaduk. Da bis zum Aktionstermin alle Angebote des Treffs weiterlaufen, werden die Kunstwerke erst am 18. Januar angeliefert und im Ladenlokal arrangiert.

Wenn alle Werke wie geplant verkauft werden, würde die Auktion mindestens 3500 Euro für den Quartierstreff bringen. 100.000 Euro pro Jahr braucht der Treff, um sein Angebot aufrechterhalten zu können. Darin enthalten sind Miete, Nebenkosten und die Gehälter für die beiden Mitarbeiterinnen.

Stanislaus Stegemann, Leiter des evangelischen Altenzentrum Hasensprungmühle, der die Schirmherrschaft über die Kunstauktion übernommen hat, wünscht sich über 2020 hinaus eine Regelfinanzierung für den Quartierstreff. Das würde bedeuten, dass die Stadt die Kosten übernimmt. Ob der Rat dem zustimmt, ist mit Blick auf die städtischen Finanzen allerdings fraglich.

Dabei sei die Stadt durchaus Nutznießer des Angebots, argumentieren Stegemann, Gölzenleuchter und Schreiber. Eventuell könne sich die Stadt auch Fördermittel vom Land holen, um den Quartierstreff zu finanzieren. In jedem Fall rufen sie zu weiteren Spenden für den Treff auf und haben dazu ein Spendenkonto eingerichtet. Weitere Informationen dazu gibt es im Quartierstreff, wo auch ein entsprechender Flyer bereitliegt.