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Leichlingen: "KuKi" – Kunst und Kids im Sinneswald

Leichlingen : "KuKi" – Kunst und Kids im Sinneswald

Ein Freizeitangebot mehr gibt es ab den Osterferien für Kinder und Jugendliche in der Stadt. Förderverein und Eigentümer des Sinneswalds bieten Kunstunterricht der luftigen Art an. Künftig soll es stets neue Ferienangebote geben.

Jugendarbeit ist nicht gerade das Kerngeschäft des Fördervereins Sinneswald. Der hat sich schließlich zur Durchführung und Absicherung der jährlichen Skulpturenausstellung und etlicher Kulturveranstaltungen gegründet. Aber Kontakte mit Kindern und Jugendlichen gab es immer, denn sowohl Schulklassen als auch Kindergartengruppen haben die Ausstellungen besucht. "Wir waren immer sehr gerührt, wie interessiert und aufgeschlossen gerade die kleinen Besucher sind", sagen die Eigentümer Wicze Braun und Wolfgang Brudes. Dann habe sie der Kinder- und Jugendpsychologe Günter Weber aus dem Fördervereinsvorstand darauf aufmerksam gemacht, dass es in Leichlingen gar nicht so viele Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gebe. Gemeinsam habe man sich deswegen eine Möglichkeit überlegt, im Sinneswald etwas für diese Zielgruppe zu tun.

Es sollte kein einmaliges Leuchtfeuer werden, sondern eine langfristige Sache mit Workshops in den Oster-, Sommer- und Herbstferien. Inzwischen hat das Kind einen Namen. "Kunst und Kids" oder so kurz wie doppeldeutig KuKi heißt das neue Stückchen Leichlinger Jugendarbeit, das mit einem Workshop in den Osterferien (2. bis 5. April) an den Start geht. Mit der eigenwilligen Mischung von "Weidenkunst und Graffiti" beschäftigen sich 20 Kinder im Alter zwischen zehn und 14 Jahren dann täglich von 9 bis 16 Uhr. Sie werden viel Zeit an der frischen Luft verbringen, denn für die Weidenbaukunst wird die Architektur der Natur genutzt. Theoretisch und praktisch lernen die Teilnehmer diese alte Technik und parallel die Farbgestaltung mit der noch neuen Kunstgattung des Graffiti. In der Mittagspause werden sie im Haus der Spinnerei Braun und Brudes verpflegt — von Ehrenamtlichen.

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Finanziell hätte der Förderverein Sinneswald dieses und die folgenden Angebote nicht alleine stemmen können. Möglich ist die Realisierung nur, weil der Landschaftsverband für 2013 und 2014 eine Förderung von insgesamt 25 000 Euro zugesagt hat. Das entspricht 65 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten, die für die Antragstellung genau zu kalkulieren waren. Dabei habe man beste Hilfestellung vom Leiter des Jugendamtes und der Stadtmitarbeiterin Gudrun Bormacher bekommen, betont Wicze Braun. Die übrigen 35 Prozent müsse der Verein in Form von Eigenleistung aufbringen. "Uns ist wichtig, dass die Kursleiter ordentlich bezahlt werden", sagt sie. Denn inklusive Vorbereitung sei der Aufwand ja beträchtlich. Andererseits sollte es für alle erschwinglich sein, deswegen ist der Kursbeitrag auch nicht festgelegt. Die Höhe kann nach Selbsteinschätzung bestimmt werden — zwischen 20 und 80 Euro.

Fachfrau für Weidenkunst ist die Landschaftsarchitektin Beate Losacker, die selbst mehrfach "wachsende" Beiträge für den Sinneswald geschaffen hat, Graffiti lehrt die Kunsttherapeutin Marie Fenske. Und das, was während des Workshops entsteht, wird das erste Kunstwerk für die Open-Air-Ausstellung sein.

(mkl)