Leichlingen: Kommunikation der CDU-Fraktion bringt Kritik aus der eigenen Partei

Leichlingen: Kommunikation der CDU-Fraktion bringt Kritik aus der eigenen Partei

Mehr als eine Woche nach der jüngsten Stadtratssitzung hat sich die Aufregung um die Entscheidung einer CDU-geführten Mehrheit, die von Tierschützern dringend eingeforderte Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen zu vertagen, um alternative Modelle zu prüfen, noch immer nicht gelegt. Waren es zunächst vor allem Vertreter der Leichlinger Tierhilfe, die den Vertagungsbeschluss kritisierten, so steht nun auch das Kommunikationsverhalten der CDU-Spitze in den Tagen nach der Ratssitzung in der Diskussion.

Kritik kommt unter anderem aus den eigenen Reihen. So hat der ehemalige Fraktionsvorsitzende Dominique Rondé jetzt seinen Nachfolger Helmut Wagner in einem offenen Brief angegriffen und dessen Kommunikation in den sozialen Medien als katastrophal bezeichnet.

Auf der Internet-Plattform Facebook fänden sich zum Kastrations-Thema allein knapp 100 Kommentare, schreibt Rondé: Wagner erkläre dort jedoch nur lapidar: "Es geht einzig und allein um Rechtssicherheit." Auf weitere Nachfragen heißt es dann: "Wären Sie im Ausschuss oder im Rat gewesen, dann wüssten Sie es." Ferner behaupte er: "Entschuldigung, aber hier darzulegen warum die Vorlage nicht rechtssicher war, sprengt den Rahmen der Diskussion."

Rondé bringt dieses Verhalten auf die Palme. Er schreibt an Wagners Adresse: "Bitte tun Sie mir und vor allem der CDU einen Gefallen und verkaufen Sie die Menschen in den sozialen Medien nicht für dumm oder naiv. Betrachten Sie diese Menschen nicht als lästig, nur weil tatsächlich jemand eine Entscheidung hinterfragt."

Die sozialen Medien seien der Infostand der digitalen Welt. "Im Brückerfeld würden Sie niemals einem interessierten Bürger ins Gesicht sagen ,Das ist zu kompliziert, komme in die Ratssitzung, wenn es dich interessiert'."

Bei der Facebook-Nutzerschaft. handele es sich schon lange nicht mehr um einen kleinen Haufen Nerds mit zu viel Freizeit, argumentiert Rondé: "Mittlerweile findet sich dort ein Querschnitt der Gesellschaft - und diese Menschen haben genauso das Recht auf Informationen wie die traditionellen Stammtischbesucher und Leser der klassischen Printmedien."

(RP)