Leichlingen: Kita-Platznot bleibt: Der Stadt ist eine wichtige Säule weggebrochen

Leichlingen: Kita-Platznot bleibt: Der Stadt ist eine wichtige Säule weggebrochen

Eigentlich sollte der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend den Eltern die Sorge um ausreichend Kitaplätze in Leichlingen für das kommende Kindergartenjahr nehmen. Die Politiker stimmten auch ohne große Diskussionen für ein Maßnahmenpaket, mit dem die Stadt fast 50 fehlende Plätze rechtzeitig schaffen möchte.

Doch am Ende der Sitzung war die Ratlosigkeit groß. Denn die Stadtverwaltung musste bekannt geben, dass ein wichtiger Bestandteil des Konzepts weggebrochen ist: Aus der privaten Kita mit zwei Gruppen und insgesamt 20 Plätzen wird nämlich vorerst nichts.

Und daran scheint insbesondere der städtische Jugendamts-Bereich nicht ganz unschuldig zu sein. Zumindest hätte der Grund, wegen dem das Projekt jetzt erfolglos beendet werden muss, im Vorfeld abgeklopft werden können, wenn man diesen Prozess intensiver begleitet hätte. Vermieterin und die Betreiberin der Kita als zukünftige Mieter hatten offenbar aneinander vorbei verhandelt. Die Hausbesitzerin will demnach bis vor einigen Tagen nichts vom erforderlichen größeren Umbau gewusst haben. Auch wollte sie nach eigenen Angaben höchstens für drei Jahre vermieten.

Während sie davon ausgegangen war, dass ihre künftigen Mieter rund 15 Kinder von Tagesmüttern betreuenlassen wollten, plante die Betreiberin 35 Plätze. Und um in den Genuss von öffentlichen Fördergeldern zu kommen, hätte ein Mietvertrag mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren abgeschlossen werden müssen. Da die Positionen von Mieterin und Vermieterin nicht zusammengeführt werden können, entschloss sich die Stadtverwaltung kurz vor der Ratssitzung, diesen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen.

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Jetzt muss die Stadt wieder neue Möglichkeiten suchen, soll es nicht doch am Ende darauf hinauslaufen, dass Container aufgestellt werden. Die evangelische Kirchengemeinde signalisierte gestern jedenfalls schon einmal vorsorglich, dass noch mehr Belastung für sie nicht zu machen sei.

Pfarrer Ulrich Görn berichtete auf Anfrage allerdings auch von der jüngsten Presbyteriumssitzung, in der es um zwei neue Gruppen auf dem städtischen Spielplatz gegangen sei, der an das Gelände der evangelischen Kita grenzt. Dort soll in fester Bauweise ein neues Domizil für die zusätzlichen Plätze entstehen. Die Versammlung habe beschlossen, offen mit der Stadt darüber zu verhandeln. "Das bedeutet allerdings noch keine formale Zustimmung", stellte Görn klar. Denn um einen solchen Beschluss zu fassen, wisse man einfach noch zu wenig. Etwa ob die Stadt der Bedingung entsprechen werde, für eine 100-prozentige Refinanzierung des Projekts zu sorgen. Auch gegenüber der Kirche scheint in den vergangenen Monaten nicht gerade intensiver Kontakt gesucht worden zu sein.

(RP)