Kinder- und Jugendschwimmfest im Blütenbad in Leichlingen

Kinder- und Jugendschwimmfest : Über Leichlingen zu Olympia?

Beim 25. Kinder- und Jugendschwimmfest zeigte der Nachwuchs am Wochenende Bestleistungen. Die Schwimmer haben große Ziele.

Etwas zurückhaltend und leicht schüchtern steht Vivien Russ da. In diesem zehnjährigen Mädchen aber schlummert wohl der nächste große Schwimmstar der Republik. Bei der bereits starken Konkurrenz beim Leichlinger Schwimmverein gilt sie als das wohl größe Talent. Beim 25. Kinder- und Jugendschwimmfest, ein offizieller Wettbewerb, ging sie auch gleich über fünf Disziplinen an den Start.

Das erste Mal im Wasser, daran kann sich Vivien gar nicht mehr erinnern. Babyschwimmen müsste das gewesen sein, das habe ihr ihre Mutter irgendwann einmal erzählt. Eine Erfahrung, die sie offenbar fürs Leben prägte. Denn ohne Wasser geht bei der Zehnjährigen so gut wie gar nichts.

Ob sie in zehn bis 15 Jahren einmal unter den fünf Ringen bei den Olympischen Spielen ins kühle Nass springen und für Deutschland um die Medaillen mitschwimmen wird? „Ja, klar, warum nicht, wenn es klappt“, sagt das Talent noch etwas abwägend am Rande der Wettkämpfe.

Dabei hat sie allen Grund optimistisch zu sein. Bei den Ruhrgames, einem nationalen Wettbewerb, der den Olympischen Spielen nahe kommt, hatte die erst Zehnjährige bereits einem Auswahlkader des Gebiets Rhein-Wupper angehört. Das sei ihr bisher größer und schwerster Wettkampf gewesen. Doch schnell stellt sich die Frage, was sie anders macht im Vergleich zu ihren Konkurrentinnen. „Sie ist für ihr Alter einfach schon sehr weit“, erläutert LSV-Geschäftsführer Frank Tattenberg. Gerade in der Spitze würden sich die Schwimmer insbesondere durch ihre Technik unterscheiden.

Dass Vivien Russ dabei auffällt, ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Denn unter dem Dach des LSV vereinen sich 600 Mitglieder aus Verantwortlichen, Helfern, Trainern und Schwimmern. Das macht den Verein laut eigenen Angaben zu viertgrößten der Blütenstadt.

Tattenberg betont dabei besonders häufig den besonderen Zusammenhalt und Einsatz, den ein jeder bringe. Eltern lieferten in einigen Fällen ihr Kind nicht nur ab, sie bildeten sich auch im Interesse des Nachwuchses und Vereins weiter. „Sie machen zum Beispiel eine Ausbldung zum Kampfrichter“, bekräftigt er. Vor rund fünf Jahren habe es einen Generationenwechsel innerhalb des Vereins gegeben – seitdem sei eine Veränderung zu spüren.

Gleichwohl, bei all dem Positiven, gibt es auch Vorgänge, die dem Verein nicht gefallen und ihn belasten. So bemerkt der ehemalige Cheftrainer Wilfried Tinnemann an, in der Politik würde sie bezüglich des geplanten Badneubaus seit einem Jahr nichts bewegen. „Und dann wundert man sich über Politikverdrossenheit“, mahnt er.

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