Kinder machen Ponyführerschein in Leichlingen

Ponyführerschein : Was will das Pferd dem Mensch sagen?

In Junkersholz können Mädchen und Jungen jetzt einen Ponyführerschein machen und viel über die Tiere und ihre Bedürfnisse lernen.

Was sagt das Pferd dem Mensch durch sein Verhalten? Ist es mit gespitzten Ohren besonders aufmerksam, mit angelegten eher „schlecht gelaunt“? Tut Hufe beschlagen dem Tier weh? Und was frisst ein Pferd eigentlich den ganzen Tag? Beim Pony-Führerschein lernen Kinder ab vier Jahren, mit den Tieren zu kommunizieren. Sie erfahren aber auch, wie sie es richtig füttern, führen, pflegen und vieles mehr.

Seit neuestem können Jungen und Mädchen bis etwa zehn Jahren den Führerschein in der Bergischen Bauernscheune in Junkersholz machen. Auf ihrem Hof haben Stephanie und Thomas Conrads 13 Pferde. „Nicht nur Ponys“, wie Stephanie Conrads sagt, aber die Kinder finden die großen Vierbeiner natürlich besonders spannend. Bevor sie sowohl auf den großen als auch auf den kleineren Vierbeinern reiten, geht es beim Pony-Führerschein aber um die Grundlagen.

Angesprochen sind Kinder, die „mehr“ über Pferde wissen wollen, sie verstehen und dann reiten wollen. Die Gruppenarbeit enthält dabei sowohl spielerische als auch theoretische Elemente. „Wir tasten uns gemeinsam heran, lernen die Verhaltensweisen des Ponys kennen, kratzen Hufe aus, füttern. Aber wir machen auch Spiele wie „Pony-Memory“, und natürlich sitzen die Kinder später auch auf den Pferden“, erzählt Stephanie Conrads.

Fünf Module umfasst der Führerschein, in vier Einheiten über jeweils anderthalb Stunden werden sie vermittelt. In jeder Gruppe sind höchstens sechs Kinder, alle möglichst im gleichen Alter. „Wir machen Themen, für die im Reitunterricht keine Zeit ist“, sagt Conrads. Es gehe um das gemeinsame Erleben rund ums Pferd. Angesprochen werden vor allem Jungen und Mädchen im Kita- und Grundschulalter, und zwar sowohl Reiter als auch totale Anfänger. „Kein Leistungszwang, Schnuppern erlaubt“, heißt es in der Beschreibung des Führerscheins.

Ziel sei es, neben der Entdeckung neuer Bewegungsmöglichkeiten eine Beziehung zum Pferd zu entwickeln, Verantwortung für das Tier zu übernehmen und damit zugleich das Sozialverhalten, Selbstbewusstsein und die Selbstorganisation zu fördern. Neben dem spielerischen Umgang zwischen Mensch und Tier hat das Ganze auch einen gesundheitsfördernden Aspekt: Reiten stärkt den Rücken, beugt Haltungsschwächen und Gleichgewichtsproblemen vor. Vor allem aber geht es beim Pony-Führerschein um Spiel und Spaß, um den Kindern Angst vor dem großen vierbeinigen Freund zu nehmen und sie an das Reiten heranzuführen.

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