Leichlingen/Köln: Kiefer sieht in Bürgerbefragung eine Täuschung

Leichlingen/Köln: Kiefer sieht in Bürgerbefragung eine Täuschung

Nur wundern kann sich Philipp Kiefer über die geplante Bürgerbefragung in Leichlingen: "Da wird über Dinge gesprochen, die überhaupt nicht zur Debatte stehen. Ich werde mein Grundstück an der Wupper nicht verkaufen", macht der Eigentümer des Areals mit Kaufpark und AralTankstelle klar. Man könne doch keine Bürgerbefragung durchführen, ohne vorher den Eigentümer des Grundstücks zu konsultieren. Das sei eine Täuschung der Bürger, wenn sie über Unrealisierbares befragt würden, wirft Kiefer vor.

Dies habe er Bürgermeister Frank Steffes auch in einem Gespräch klar gemacht, in dem aber beide Seiten bei ihrer Position geblieben seien. "Ich war auch als Zuhörer in Leichlingen im Stadtrat und wollte gerne etwas sagen. Man hat mir aber kein Rederecht eingeräumt", erinnert Kiefer. Dort an Ort und Stelle habe er klarstellen wollen, dass eine Bürgerbefragung, so wie sie jetzt geplant wird, keinen Sinn mache. Denn es werde den Bürgern suggeriert, über sein Grundstück verfügen zu können, beklagt der Eigentümer, der sicher davon ausgeht, dass Leichlingen mittlerweile für potenzielle Investoren "verbrannte Erde" sei - nach den sieben Jahren Untätigkeit in der Stadtentwicklung.

Doch Kiefer schlägt auch eine Alternative zu dem am Montag vom Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (ASW) empfohlenen Text zur Bürgerbefragung vor. Ihm fehlen bei den Fragen nach Bebauung der Stadtparks oder des Wupperufers die Aspekte "Abriss des alten Rathauses, fast vollständiger Erhalt beider Stadtparks, Abriss des alten Kaufparks und der Tankstelle und eventuelle Reduzierung der bisher projektierten Einzelhandelsfläche durch Weglassen des Obergeschosses oder Bau eines neuen Rathauses in den Obergeschossen", umreißt er das, was er inklusive der Öffnung zur Wupper mit seinem ersten großen Architektenantritt dem Stadtrat im Juli 2014 bereits vorgestellt habe.

Nicht bereit sei er aber, ein Café und eine Promenade zur Wupper hin einzuplanen, wie es die CDU am Montag mit in den Befragungstext hatte einfügen lassen. Auch könne ihm niemand vorschreiben, das Kaufparkgebäude neu zu bauen. Seine zweite mit der Bauvoranfrage vorgestellte Planung sehe lediglich einen Anbau vor.

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Für ihn sei die Bürgerbefragung eine pure Geldverschwendung der Stadt und eine absolut falsche Herangehensweise: "Da wird die Rechnung ohne Besitzer, Projektentwickler, Investor und Nutzer gemacht. Die kann man nicht erst hinterher beteiligen, die gehören zu allererst ins Boot", sagt Kiefer und fügt hinzu: "Im Rat will man nichts entscheiden, und jetzt soll sich das Volk aufgrund von falschen Tatsachenbehauptungen bei der Befragung entscheiden."

Sollte die Befragung aber, wie am Montag empfohlen, durchgeführt werden, dann befürchte er als Votum das Unrealisierbare: "Dann sollen die Stadtparks nicht bebaut werden, und es soll über mein Grundstück verfügt werden, das aber nicht zur Disposition steht", macht der Eigentümer deutlich.

(RP)
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