Leichlingen: Kiefer-Pläne: Erwarteter Aufstand bleibt im Rat aus

Leichlingen: Kiefer-Pläne: Erwarteter Aufstand bleibt im Rat aus

Der erwartete Aufstand im Stadtrat blieb am Donnerstagabend aus, als Investor Philipp Kiefer und Architekt Bernhard Reiser ihre Pläne für die Stadtpark-Galerie und das neue Rathaus vorstellten. Etwa 100 Bürger verfolgten die Präsentation und die anschließende Fragestunde für die Ratsmitglieder.

Bürgermeister Frank Steffes verwies die Bürger darauf, dass ihnen nach der Geschäftsordnung im Stadtrat kein Rederecht zusteht. Bis auf einen Ausrutscher hielten sich auch alle daran. Allerdings kommentierten einige Gefallen oder Unmut mit Zwischenapplaus.

Foto: Bernhard Reiser

Steffes sah darüber hinweg. Er schickte allerdings zu Beginn der Sitzung das Fernsehteam hinaus. Und auch das Blitzlichtgewitter der Fotografen unterband er. Das Gros der Ratsmitglieder stellte denn auch sachliche Fragen an Kiefer und Reiser. Etliche Ratsmitglieder fragten nach den Kosten für die Stadt, wenn Kiefer ein neues Rathaus baut und das an die Stadt vermietet. Natürlich ging es auch um die etwa 19 Bäume, die im Stadtpark gefällt werden müssten. Der Architekt versprach dafür aber 40 neue Bäume im Park und an der Wupper.

Foto: NN

Bis auf den SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Ebecke befassten sich die Politiker ausschließlich mit den vorgestellten Bauplänen. Ebecke tat als einziger "seine Verärgerung" kund, dass Kiefer die Öffentlichkeit zuerst durch unsere Zeitung exklusiv informiert hatte. Kiefer wiederholte aber gegenüber Ebecke und dem Plenum, er habe dies getan, weil die Fraktionen die von ihm angebotenen Einzelpräsentationen nicht gewollt hätten. "Die RP hat neutral und sachlich berichtet", sagte Kiefer. Er habe diesen Weg gewählt, um die Öffentlichkeit zu informieren, damit sein Projekt nicht zerredet werde. Allerdings zog Ebecke auch im übertragenen Sinne den Hut vor Kiefers Projekt: "Ich versuche hier einen Spagat zwischen meiner persönlichen Verärgerung und dem Ansinnen, Sie als Investor nicht zu verärgern", sagte Ebecke zu Kiefer und lobte: "Chapeau, ich finde, Sie haben hier einen guten Aufschlag gemacht mit Ihrem Projekt!"

Foto: kiefer
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Er habe die Diskussion bei Facebook verfolgt, sagte Ebecke. Dort zeigten sich zwei Lager: die Befürworter, die durch das Projekt eine überfällige Entwicklung für Leichlingen sähen. Das andere Lager sehe nicht ein, dass Leichlingen eine Einkaufsgalerie und ein neues Rathaus überhaupt brauche.

Bürgermeister Steffes hatte eingangs der Sondersitzung zwar betont: "Die Ratsmitglieder sollen die Gelegenheit haben, Fragen zu stellen. Sie sollen hier aber noch nichts bewerten." Daran hielt sich das Gros des Stadtrates, allerdings gab es auch eine vorgefertigte und vom Blatt abgelesene bewertende Stellungnahme von Erika Horsthemke (SPD).

(RP)
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