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Leichlingen: Karnevalszelt zieht zum Rathausparkplatz

Leichlingen : Karnevalszelt zieht zum Rathausparkplatz

Ärger, wie er um den ruinierten Rasen im alten Stadtpark entstand, soll es am neuen Standort nicht mehr geben.

Die Werbung läuft schon auf Hochtouren: "Karnevalszelt Leichlingen — wieder prall gefüllt mit guter Laune", heißt es im Internet auf der Homepage des Veranstalters. "Es wird wieder in Leichlingen stehen: Unser beheiztes Festzelt. Die Leichlinger haben wieder die Feiermeile vor der Haustür", ist dort zu lesen.

Und wo die Haustür zu finden ist, wird dann auch gleich nachgeliefert: "Das Zelt steht in diesem Jahr erstmalig auf dem Rathausparkplatz. Für diejenigen, die für die After-Zoch-Party eine Eintrittskarte im Vorverkauf erworben haben, gibt es einen separaten Eingang. Das heißt für die Jecken: kein langes Warten im Regen oder Schnee."

Verantwortlich zeichnet für das Zelt neben dem Karnevals-Dachverband VLK die Leichlinger Eventagentur Ischerland. Die hatte mit ihrem letzten Festzelt einiges an Kritik einstecken müssen. Nach dem Abbau des Karneval-Zelts im Alten Stadtpark vergangene Session war das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar geworden, der durch den Aufbau bei Matschwetter entstanden war. Der Rasen war umgepflügt, und sah aus wie nach einem Manöver — was "wohlmeinende" Zeitgenossen im sozialen Netzwerk Facebook sofort in Form einer Fotomontage mit Panzern und Soldaten beim Gefecht im Alten Stadtpark ausschlachteten.

VLK und Ischerland wandten sich auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten an die Stadt — und gemeinsam mit Bürgermeister Ernst Müller wurden verschiedene Standorte geprüft. "Zunächst nicht gerade erfolgreich", berichtete der Stadtchef gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Der Parkplatz am Pastorat wäre beispielsweise ein guter Standort für das Karnevalszelt gewesen. Doch das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Leichlingen, der das Pastoratsgrundstück gehört, hatte in einer Sitzung entschieden, dass es den Karnevalisten den Platz nicht zur Verfügung stellen wollte. Damals hieß es, auf der einen Seite des Pastorats sei der Friedhof, auf der anderen Seite die Kirche und das Gemeindezentrum. Andacht und Ruhe passten nicht zu Karnevalsmusik.

Der Rathausparkplatz, sagt Müller, sei letztlich die beste Alternative, trotz des massiven alten Baumbestandes. Ischerland habe alles ausgemessen und sei sicher, ein schmaleres Zelt mit diversen Anbauten für Toiletten, Catering etc. sei ausreichend, die jecken Massen aufzunehmen. Im Gegensatz zum Brückerfeld mit seinem Gefälle gäbe es auch keine Statik-Probleme.

(RP)