Leichlingen: Karnevalisten säen Stadtpark-Rasen ein

Leichlingen: Karnevalisten säen Stadtpark-Rasen ein

Der durchs Karnevalszelt im Alten Stadtpark zerstörte Rasen soll erneuert werden. Die Ehrensenatoren des Leichlinger Karnevals wollen einsäen. Eine dauerhafte Befestigung des Bodens soll es wegen der Kosten vorerst nicht geben.

Nach dem Regen der vergangenen Tage gleicht die Wiese im Alten Stadtpark einem Acker — sie ist matschig und voller Pfützen. Passanten bleiben fassungslos stehen. "Das sieht ganz schlimm aus", sagt Marianne Polak. "Das Karnevalszelt hätte dort nicht aufgestellt werden dürfen", betont die 76-Jährige. "Hier muss dringend was passieren", sagt auch ein 67-jähriger Mann. "Ich bin immer noch der Meinung, dass die gefällten Kirschbäume nicht krank waren, sondern dem Karnevalszelt zum Opfer gefallen sind", sagt der Rentner. "Der Zustand des Rasens ist katastrophal. Das Pastorat wäre als Standort für das Karnevalszelt sicher besser gewesen", sagt eine Anwohnerin.

Wenn es nach Veranstalter Rolf Ischerland geht, soll bald Gras über die Sache gewachsen sein. Vor Ostern sei die vom Zeltauf- und Abbau zerfurchte Erde beseitigt worden. Dann sei der Nachtfrost dazwischengekommen. "Wegen des kalten Wetters konnte bisher kein neues Gras gesät werden", begründet Ischerland die Verzögerung.

Der Rasen soll aber nicht von irgendjemandem in Ordnung gebracht werden: "Der Karneval hat die Wiese zerstört, also werden die Karnevalisten auch dabei helfen, den Alten Stadtpark wieder in Ordnung zu bringen", kündigte Ischerland an. Gespräche mit Karnevalskollegen hätten stattgefunden. Die Ehrensenatoren hätten bereits ihr Okay gegeben. "Wir brauchen zwei trockene Tage, dann können wir mit den Arbeiten beginnen. Sobald es trocken wird, werden wir den Samen ausstreuen", kündigte Ischerland an. Zuerst müsse jedoch die Erde gewalzt werden. "Wenn wir jetzt mit dem Traktor den Rasen befahren, versinken wir." Auch die Randsteine sollen wieder befestigt werden.

Die Wiese habe eine gewisse Grundfeuchte, weil das Grundwasser dort sehr hoch stehe. Deshalb wäre eine dauerhafte Befestigung des Untergrunds im Stadtpark sinnvoll. Ischerland wünscht sich einen Untergrund, der das Wasser besser absickern lässt.

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Denkbar wären eingearbeitete Kunststoff-Gittermatten durch die Gras hindurchwachse und die teilweise befahren werden könnten, ohne dass der Rasen leide. Doch daraus werde vorerst nichts. "Das ist zu teuer", betonte der stellvertretende Bürgermeister. Die Kosten lägen im fünfstelligen Bereich.

Mit der Stadtverwaltung sei Ischerland zwar im Gespräch, aber da die Fraktionen bislang keine Anträge in dieser Sache gestellt hätten und die Haushaltslage alles andere als rosig sei, werde der Bürgermeister dem Stadtrat wohl nicht vorschlagen, so viel Geld in den Park zu investieren. Bürgermeister Ernst Müller sagte dazu: "Wenn entsprechende Anträge eingehen, werden wir diese prüfen." Auch mit einer "kleinen Lösung", die weniger Geld koste, könne Ischerland leben, gab er zu verstehen. "Wir haben in Leichlingen keine zentrale Veranstaltungsfläche. Das ist sehr schade", betonte der Veranstalter. Er kündigte jedoch an, das Karnevalszelt trotz aller Probleme auch im kommenden Jahr wieder im Alten Stadtpark aufzubauen.

Ischerland: "Der Alte Stadtpark ist der ideale Veranstaltungsort. Er ist zentral gelegen und die Infrastruktur ist gut."

(RP/rl)