Leichlingen Kampfansage an Ernst Müller

Leichlingen · Christdemokratin Gabriele Berger hat die erste Duftmarke gesetzt. Die gemeinsame Bürgermeisterkandidatin von CDU und FDP präsentierte sich gestern im Brückerfeld als selbstbewusste Herausforderin von Amtsinhaber Müller.

Ihren Neffen muss Gabriele Berger noch überzeugen. Der wähle FDP, erzählte die Bürgermeisterkandidatin der Leichlinger CDU gestern bei ihrer öffentlichen Vorstellung im Brückerfeld schmunzelnd. Berger kann's verschmerzen — schließlich wird ihre Kandidatur in der Blütenstadt auch von den örtlichen Liberalen unterstützt.

Aus "Dornröschenschlaf" wecken

Angriffslustig und selbstbewusst präsentierte sich die Christdemokratin. Dass ihr Kontrahent Ernst Müller (SPD), der seit rund 14 Jahren im Amt ist, bei der letzten Kommunalwahl einen hohen Sieg einfuhr, kommentierte sie forsch: "Das beeindruckt mich überhaupt nicht." Sie habe genügend Stimmen aus der Bevölkerung gehört, dass die Zeit reif sei für einen Wechsel. Nun gelte es, Leichlingen aus seinem "Dornröschenschlaf" zu wecken.

Das erste Wahlplakat für die 50-Jährige, das gestern auf einer Staffelei auf dem Marktplatz drapiert wurde, unterstrich dieses Anliegen. "Leichlingen kann mehr" lautet Bergers Botschaft. Was sie damit meint, riss sie gestern zunächst nur an. Landschaft, Tourismus, Wellness — hier lägen noch viele ungenutzte Potenziale. Die Christdemokratin machte keinen Hehl daraus, dass sie Wirtschaftsförderung zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit machen will.

"Ich möchte versuchen, junge Unternehmen hierhin zu holen", verkündete sie — Unternehmen, die die Mieten in Großstädten wie Köln und Düsseldorf nicht aufbringen könnten. Ihr schwebe dabei vor allem "sauberes" Gewerbe vor: "Medien, Fotografie, Marketing." Auch beim Einzelhandel müsse etwas getan werden. Leichlingen müsse insgesamt bekannter gemacht werden.

Zunächst steht Berger allerdings vor der Aufgabe, für sich selbst die Werbetrommel zu rühren und Präsenz zu zeigen. Denn politisch ist die Christdemokratin in der Blütenstadt bislang nicht in Erscheinung getreten. Allerdings war sie von 1993 bis 2001 Lehrerin an der Grundschule Büscherhof, wechselte dann aber für einige Jahre zurück in ihre niederrheinische Heimat, nach Viersen. In dieser Zeit habe sie sich via Internet über das Geschehen in der Blütenstadt auf dem Laufenden gehalten, berichtete sie.

Nach Leichlingen kehrte Berger im Februar dieses Jahres zurück, nachdem sie die Leitung einer Langenfelder Grundschule übernommen hatte. Im Wahlkampf will sie "immer da sein, wo etwas los ist". Nicht zufällig habe sie sich für eine öffentliche Vorstellung im Brückerfeld entschieden. Darüber hinaus habe sie schon einige Besuchstermine, etwa in Kindergärten und Schulen, klar gemacht.

Überhaupt ist Wahlkampf kein Neuland für sie: In Viersen hat sie das Prozedere vier Mal mitgemacht, 2004 holte sie bei der Kommunalwahl ein Direktmandat. Ein Pfund, mit dem Berger wuchern will: Bürgernähe. Die Menschen müssten soweit wie möglich an Entscheidungen beteiligt werden. In punkto Bürgernähe werde sich in Leichlingen auf jeden Fall etwas ändern, wenn Berger zur Bürgermeisterin gewählt werde, versprach auch FDP-Sprecher Wüstefeld.

(RP)
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