Leichlingen: K 10: Ausbau wird kritisch gesehen

Leichlingen: K 10: Ausbau wird kritisch gesehen

Die UWG stellte den Anwohnern in Hülstrung ihren Antrag im Stadtrat vor, dass die Bergstraße als Teil einer Ortsumfahrung zur Entlastung der Leichlinger Innenstadt eingestuft und somit ausgebaut wird. Die Anwohner wollen vor allem Fußwege.

"Ab welcher Anzahl von Kindern lohnt es sich, die Wege sicherer zu machen?" Mit einer Mischung aus Sarkasmus, Sorge und Verärgerung machte Jens Grimme, Anwohner in Hülstrung und Vater zweier Töchter, seinem Unmut über die fehlenden Fußwege an der Straße von Unterberg nach Bennert (K 10/Bergstraße) Luft. "Mit zwei Kindern an der Hand auf dieser Straße zu gehen ist lebensgefährlich", bestätigte ihn Anja Kirchhoff.

Bergstraße als Umfahrung

Damit sprachen sie ihren Nachbarn aus der Seele, die der Einladung der Unabhängigen Wählergemeinschaft Leichlingen (UWG) zur Informationsveranstaltung "Sicherheit für Fußgänger an der K10" gefolgt waren. Dort stellte die UWG ihren aktuellen Antrag im Stadtrat vor, dass die Stadt die Bergstraße als Teil einer Ortsumfahrung zur Entlastung der Leichlinger Innenstadt einstufen und zugleich ihren Ausbau beim Rheinisch-Bergischen Kreis beantragen soll.

Hintergrund dessen ist eine öffentliche Vorlage der Kreisverwaltung, aus der hervorgeht, dass — im Falle einer Umdeklaration — der Kreis die K10 ausbauen muss. "Schließlich ist die Großbaustelle 'Tieferlegung der Neukirchener Straße' mit den zwangsläufig einhergehenden Verkehrsproblemen frühzeitig zu planen", erklärte UWG-Ratsmitglied Hermann Terjung im Hinblick auf die Planungen zur Innenstadt-Neugestaltung. Eine gut ausgebaute Ortsumfahrung könne hier eine Entlastung herbeiführen.

Den Antrag der UWG begrüßten die Anwohner in Hülstrung zwar grundsätzlich, aber nicht unkritisch. So hatten etliche Familien Sorge, dass sie von der Stadt ebenso "abgebügelt" würden, wie sie es beim Antrag auf eine sichere Straßenüberquerung der K10 am Schulweg in Bennert empfunden hatten. Damals sei die Stadt zum Ergebnis gekommen, dass zu wenige Schulkinder diesen Weg nutzten und eine Sicherung deshalb nicht notwendig sei.

"An dieser Straße müssen alle Schutzengel Nordrhein-Westfalens wohnen. Sonst ist nicht zu erklären, dass dort bislang nichts passiert ist", beschrieb Anwohner Stefan Schneider die gefährliche Situation gerade für die vielen Kinder, für die die K 10 Teil ihres Schulweges ist. Der Bau von Fußwegen sei deshalb zwingend erforderlich, so die Einwohner einhellig.

Je enger, desto besser

Doch auch ein kritischer Aspekt blieb nicht unerwähnt: "Wenn die Straße zur Umgehungsstraße ausgebaut wird, steigt das Verkehrsaufkommen", gab Petra Bärschneider zu bedenken. "Dann fahren die Autos schneller. Je enger eine Straße aber ist, desto besser passen die Autofahrer auch auf", so die Hülstrungerin. Hermann Terjung stellte dazu klar, dass seines Erachtens mit dem Ausbau nicht unbedingt die Verbreiterung der Straße einhergehen müsse, sondern vor allem der Bau von Fußwegen.

(inbo)