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Leichlingen: Junge Union wendet sich von der CDU ab

Leichlingen : Junge Union wendet sich von der CDU ab

Aus Verärgerung über die CDU Leichlingen kündigt die gesamte Junge Union jede weitere Unterstützung. Die Ratsmitglieder der Jungen Union, Dominique Rondé und Maurice Winter, werden 2014 nicht mehr kandidieren.

Im Zeitalter der weltweiten Kommunikationsmöglichkeiten hat den Chef der CDU Leichlingen, Rainer Hüttebräucker, jetzt eine Hiobsbotschaft aus den USA erreicht: Die Junge Union (JU) Leichlingen stellt aus Verärgerung über die CDU und insbesondere ihren Vorsitzenden Hüttebräucker "künftig sämtliche Unterstützungen ein". "Die Zusammenarbeit mit dem jetzigen CDU-Vorstand ist für uns nicht vorstellbar", teilt die Vorsitzende der Jungen Union, Vanessa Schupmann, Hüttebräucker jetzt per E-Mail aus den USA mit.

Zugleich kündigt die JU-Vorsitzende an, dass die derzeitigen Ratsmitglieder der Jungen Union, Dominique Rondé und Maurice Winter, ausdrücklich auf eine neue Kandidatur bei der Kommunalwahl 2014 verzichten werden. Dazu sagen Schupmann, Winter und Rondé im Namen der gesamten Jungen Union: "Diese Entscheidungen sind uns schwer gefallen. Jedes Mitglied der JU ist aus Überzeugung einer christlichen Vereinigung beigetreten."

Rondé fügt hinzu: "Ich habe mir die politische Rente eigentlich nicht schon mit 30 Jahren gewünscht." (Er wird am 30. Dezember 30 Jahre jung und ist seit seinem 16. lebenjahr CDU-Mitglied). Er bleibe in der CDU, weil er trotz aller Verärgerung über den derzeitigen Vorstand aber noch Hoffnung auf Veränderung habe.

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Maurice Winter will ebenfalls in der CDU Leichlingen bleiben, der er seit sechs Jahren angehört. Er sagt aber auch über das Verhältnis zwischen Junger Union und CDU-Vorstand: "Ich halte es nicht für realistisch, dass es noch eine radikale Wende gibt." Deshalb werde er auch 2014 nicht mehr für den Stadtrat kandidieren.

Den CDU-Vorsitzenden Rainer Hüttebräucker hat die RP gestern früh sofort schriftlich um einen Stellungnahme zu den Vorwürfen und der Reaktion der JU gebeten. Er schreibt: "Der Vorstand hat die Informationen mit großer Betroffenheit zur Kenntnis genommen und die Entscheidung getroffen, dazu erst Stellung zu nehmen, nachdem ein persönliches Gespräch mit Frau Schupmann und ihren Stellvertretern geführt wurde." In einem Telefonat erklärte er dann aber doch auf Nachfrage, er sei über die Reaktion der Jungen Union überrascht worden... "auch wenn das die andere Seite anders sehen möge", merkte er kryptisch an. Man müsse aber in aller Ruhe klären, welche Ursachen die Vorwürfe der Jungen Union hätten, sagte der CDU-Vorsitzende.

Was wirft die JU dem CDU-Vorstand vor: Eine lange Liste macht JU-Vorsitzende Schupmann dazu aus den USA per E-Mail auf. Sie spricht sogar von einer "Herabwürdigung ihrer Person" durch Hüttebräucker und den Umgang miteinander. Die JU fordert gegenüber dem CDU-Vorstand ihr Recht auf die eigene Meinung und deren Außendarstellung ein. Und sie attestiert ihrer "Mutterpartei": "Die Austritte verdienter Mitglieder wie Frank Hake, Stefan Clemen und Daniela Bein, die wir ausdrücklich sehr bedauern, werten wir als Niedergangssymptom", schreibt Schupmann an Hüttebräucker.

Sie fügt hinzu: Die Zusammenarbeit der ausgetretenen CDU-Mitglieder sei immer äußerst positiv und freundlich gewesen, und sie hält der CDU-Spitze vor: "Diese Austritte, die vor allem mit einem Verlust an Bürgernähe und Sachkunde einher gehen, wären durchaus vermeidbar gewesen und sind sicher auch in der aktuellen Führung der Partei begründet." Auch wirft die JU der CDU vor, sie praktiziere nur eine Politik des Dagegenseins. Schupmann: Die CDU prangere immer nur ein Scheitern von SPD und Verwaltung an. "Nach unserer Überzeugung hat dies keineswegs mit fundierter Politik zu tun, sondern ist reiner Populismus," schreibt die JU-Vorsitzende.

(RP)