Jugendamt bietet Beistand für junge Familien

Jugendamt : Beistand für junge Familien und Jugendliche

„Wir sind nicht das böse Jugendamt“, sagt Jugendamtsleiterin Johanne Kristiansen. Natürlich müssen die Mitarbeiter im Ernstfall schnell und konsequent durchgreifen, wenn es um das Wohl eines Kindes geht.

Doch darüber hinaus bietet das Jugendamt eine Vielzahl an Angeboten für Familien, von den Kitas, dem Jugendzentrum, den frühen Hilfen und dem Allgemeinen Sozialen Dienst. Kein Wunder, dass es das mit Abstand größte Amt der Stadtverwaltung ist. Rund 70 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

Zwei von ihnen sind Christina Oberthür und Kirsten Kähler, die sich um Beistandschaften, Vaterschaftsanerkennung und Vormundschaften kümmern. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Beistandschaft? Wenn ein Kind unterwegs ist und die Eltern nicht verheiratet sind, kann noch vor der Geburt das gemeinsame Sorgerecht beurkundet und die Vaterschaft anerkannt werden. „Damit ist schon vor der Geburt alles geregelt und das Kind ist abgesichert“, sagt Kristiansen. 57 Paare haben 2018 diesen Service in Anspruch genommen.

Zudem berät das Jugendamt minderjährige Mütter, kümmert sich um die Anerkennung von Vaterschaften, übernimmt Vormundschaften und kann Kinder als Rechtsbeistand vor Gericht vertreten. Es werden Unterhaltszahlungen berechnet und eingefordert, auch über die Grenzen Leichlingens und manchmal auch Deutschlands hinweg. „Wir versuchen, das Bestmögliche für die Kinder durchzusetzen“, betont Christina Oberthür. Grundsätzlich sei bei den meisten Elternteilen die Zahlungsbereitschaft da, es scheitere aber oft an der Leistungsfähigkeit.

In den meisten Fällen ist eine außergerichtliche Einigung möglich, in einer Handvoll Fälle geht es vor Gericht. Wenn ein unterhaltspflichtiger Elternteil sich weigert, kann das für eine Stadt teuer werden. Dann muss die Stadt einen Unterhaltsvorschuss bezahlen. Seit dem 1. Juli 2017 wird der Unterhaltsvorschuss für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr ohne zeitliche Befristung gezahlt, wenn der Unterhalt nicht durch die Eltern sichergestellt ist. 2018 musste Leichlingen 351.853 Euro an Unterhaltsvorschuss bezahlen, von denen  Bund und Land 246.297 Euro übernommen haben. „Dass ein Elternteil nicht zahlen will, zieht sich durch alle Schichten“, sagt Kristiansen.

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